Starfeature: Ungekünstelte Aktrice | FILMREPORTER.de

Starfeature

Corinna Harfouch
Corinna Harfouch weiß zu überzeugen

Ungekünstelte Aktrice

Sie gehört zu den überzeugendsten Erscheinungen der deutschen Schauspielgilde. Ihre Rolleninterpretationen zeichnen sich durch anspruchsvolle Ernsthaftigkeit und Seriosität aus. Eine Qualität, die Corinna Harfouch befähigte, im Laufe ihrer Karriere historisch behaftete Frauenfiguren wie Vera Brühne, Magda Goebbels oder Lady Macbeth glaubhaft darzustellen. Ob Heiner Müller, Frank Castorf oder Bernd Eichinger; die Liste der Regisseure und Intendanten, mit denen sie zusammen arbeitet, liest sich wie das Who is Who der deutschen Kulturschaffenden.
Von  Timo Buschkämper/Filmreporter.de, 11. November 2008

Corinna Harfouch bei der Premiere von "Im Winter ein Jahr" in München

Corinna Harfouch bei der Premiere von "Im Winter ein Jahr" in München

Theater und Familie
1954 im thüringischen Suhl geboren, beginnt sie nach dem Abitur ein Studium als Textilingenieurin an der TU Dresden. Zwei Jahre später zieht es Corinna in die Hauptstadt des Arbeiter- und Bauernstaates, wo sie die Ostberliner Ernst Busch Hochschule für Schauspielkunst besucht. Als Meisterschülerin der renommierten Vera Oelschlegel am Theater im Palast lernt sie ihr Handwerkszeug als Schauspielerin. Die geborene Meffert nimmt im Alter von 21 Jahren, nach der Heirat mit dem syrischen Informatiker Nabil Harfouch, den Namen ihres Ehemannes an. Zusammen haben sie eine Tochter, die mittlerweile im kanadischen Toronto lebt. Aus Corinnas zweiten Ehe mit dem Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek gehen die Söhne Johannes und Robert hervor. Ihren größten beruflichen Erfolg zu DDR-Zeiten feiert sie als Lady Macbeth an der Volksbühne unter der Regie des legendären Dramatikers Heiner Müller. An gleicher Stelle wird sie nach der Wende auch eine der wichtigsten Protagonistinnen von Intendant Frank Castorf. Für die Rolle des Generals Harras in "Des Teufels General" von Carl Zuckmayer wählen sie die Kritiker zur Schauspielerin des Jahres 1997.

Corinna Harfouch und Hanns Zischler in "Im Winter ein Jahr"

Corinna Harfouch und Hanns Zischler in "Im Winter ein Jahr"

Das Fernsehen und Bernd Eichinger
Dem breiteren deutschsprachigen Fernsehpublikum wird Corinna Harfouch erstmals durch ihr Mitwirken in der ZDF-Serie "Unser Lehrer Doktor Specht" bekannt. Der Durchbruch gelingt ihr jedoch erst aufgrund der empathischen Verkörperung der wegen Mordes verurteilten Vera Brühne. In Bernd Eichingers gleichnamigen halbdokumentarischen Fernsehspielfilm aus dem Jahr 2001 kann sie ihre schauspielerische Klasse vor der Kamera nachhaltig unter Beweis stellen. In dieser Zeit kommen sich Eichinger und Harfouch auch privat näher. Sie halten ihre Beziehung allerdings bis zum Ende unter Verschluss. Im Jahr 2004 ist sie schließlich als Magda Goebbels in Oliver Hirschbiegels "Der Untergang - Hitler und das Ende des 3. Reichs" zu sehen. Mit bewegender Glaubwürdigkeit spielt sie die Rolle einer Frau und Mutter, die im Angesicht von Tod und Ausweglosigkeit ihre eigenen Kinder vergiftet. Durch ihr Mitwirken an weiteren deutschen Großproduktionen wie Oskar Roehlers "Elementarteilchen" oder "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders" von Tom Tykwer belegt sie ihren Stellenwert für den deutschen Film.

Seite: 1 Seite vor >>

Zum Thema

Porträt zu Corinna Harfouch

Corinna Harfouch

Darstellerin
Corinna Harfouchs große Leidenschaft gilt dem Theater. Noch vor der Wende spielte sie erfolgreich an der Berliner Volksbühne. Durch ihre... weiter
Steven Soderbergh verteidigt den guten Deutschen auf der Berlinale PK (2007)
Weitere Starfeatures:  Steven Soderbergh kritisiert Hollywood
Steven Soderbergh hielt beim San Francisco Film Festival am 27. April 2013 eine Rede,... weiter
Jason Lee in "My Name is Earl"
Sein Name ist Jason Lee
Jason Lee gehörte schon lange zu den Darstellern, deren Gesicht man kennt, deren Name... weiter
Tom Hardy in "Dame, König, As, Spion"
Chamäleon Tom Hardy
Wenn es um die Vorbereitung auf eine Rolle geht, scheut Tom Hardy keine Mühen, um sich... weiter
© 2014 Filmreporter.de