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Corinna Harfouch weiß zu überzeugen
Ungekünstelte Aktrice
Sie gehört zu den überzeugendsten Erscheinungen der deutschen Schauspielgilde. Ihre Rolleninterpretationen zeichnen sich durch anspruchsvolle Ernsthaftigkeit und Seriosität aus. Eine Qualität, die
Corinna Harfouch befähigte, im Laufe ihrer Karriere historisch behaftete Frauenfiguren wie Vera Brühne, Magda Goebbels oder Lady Macbeth glaubhaft darzustellen. Ob
Heiner Müller,
Frank Castorf oder
Bernd Eichinger; die Liste der Regisseure und Intendanten, mit denen sie zusammen arbeitet, liest sich wie das Who is Who der deutschen Kulturschaffenden.
© Ann-Catherin Karg/Ricore Text
Corinna Harfouch bei der Premiere von "Im Winter ein Jahr" in München
Theater und Familie
1954 im thüringischen Suhl geboren, beginnt sie nach dem Abitur ein Studium als Textilingenieurin an der TU Dresden. Zwei Jahre später zieht es Corinna in die Hauptstadt des Arbeiter- und Bauernstaates, wo sie die Ostberliner
Ernst Busch Hochschule für Schauspielkunst besucht. Als Meisterschülerin der renommierten
Vera Oelschlegel am Theater im Palast lernt sie ihr Handwerkszeug als Schauspielerin. Die geborene Meffert nimmt im Alter von 21 Jahren, nach der Heirat mit dem syrischen Informatiker Nabil Harfouch, den Namen ihres Ehemannes an. Zusammen haben sie eine Tochter, die mittlerweile im kanadischen Toronto lebt. Aus Corinnas zweiten Ehe mit dem Schauspieler und Regisseur
Michael Gwisdek gehen die Söhne Johannes und Robert hervor. Ihren größten beruflichen Erfolg zu DDR-Zeiten feiert sie als Lady Macbeth an der Volksbühne unter der Regie des legendären Dramatikers
Heiner Müller. An gleicher Stelle wird sie nach der Wende auch eine der wichtigsten Protagonistinnen von Intendant
Frank Castorf. Für die Rolle des Generals Harras in "Des Teufels General" von
Carl Zuckmayer wählen sie die Kritiker zur Schauspielerin des Jahres 1997.
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Corinna Harfouch und Hanns Zischler in "Im Winter ein Jahr"
Das Fernsehen und Bernd Eichinger
Dem breiteren deutschsprachigen Fernsehpublikum wird
Corinna Harfouch erstmals durch ihr Mitwirken in der ZDF-Serie "
Unser Lehrer Doktor Specht" bekannt. Der Durchbruch gelingt ihr jedoch erst aufgrund der empathischen Verkörperung der wegen Mordes verurteilten
Vera Brühne. In
Bernd Eichingers gleichnamigen halbdokumentarischen Fernsehspielfilm aus dem Jahr 2001 kann sie ihre schauspielerische Klasse vor der Kamera nachhaltig unter Beweis stellen. In dieser Zeit kommen sich Eichinger und Harfouch auch privat näher. Sie halten ihre Beziehung allerdings bis zum Ende unter Verschluss. Im Jahr 2004 ist sie schließlich als Magda Goebbels in
Oliver Hirschbiegels "
Der Untergang - Hitler und das Ende des 3. Reichs" zu sehen. Mit bewegender Glaubwürdigkeit spielt sie die Rolle einer Frau und Mutter, die im Angesicht von Tod und Ausweglosigkeit ihre eigenen Kinder vergiftet. Durch ihr Mitwirken an weiteren deutschen Großproduktionen wie
Oskar Roehlers "
Elementarteilchen" oder "
Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders" von
Tom Tykwer belegt sie ihren Stellenwert für den deutschen Film.