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Maler, Dealer und mutierte Krake
Chamäleon Alfred Molina
Alfred Molina ("
Spider-Man 2") ist als Schauspieler prägnant. Dennoch fällt es schwer, sich an ihn zu erinnern. Ein Widerspruch? Keineswegs. Diese Tatsache ist der großen Wandelbarkeit des Künstlers geschuldet. Der britische Schauspieler ist ein menschliches Chamäleon. Man kennt ihn, aber man erkennt ihn so schnell nicht wieder. Das ist auch schwierig, denn welche Gemeinsamkeit gibt es schon zwischen einem iranischen Patriarchen, der seine Frau entführt und einem verrückten Dealer? Molina begründet seine Wandlungsfähigkeit mit seinem multikulturellen Hintergrund.
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Alfred Molina - ist er wirklich ganz und gar böse?
Mediterrane Herkunft
Sonntagkinder sind bekanntlich etwas Besonderes. Am Sonntag, den 24. Mai 1953 erblickt der kleine Alfred Molina im Londoner Arbeiterviertel
Notting Hill das Licht dieser Welt. Lange bevor sich
Julia Roberts dem hippen Viertel annimmt, erkundet Molina seine Umgebung. Er saugt die Eindrücke auf, als wüsste er schon jetzt von seiner späteren Rolle als Wissenschaftskrake Doc Ock in "Spider-Man 2". Die kulturelle Vielseitigkeit prägt das Kind. Der britischen Zeitung
The Guardian sagt er 2004 in einem Interview: "Ich habe mich nie richtig britisch gefühlt. Beide Eltern hatten Schwierigkeiten, sich einzuleben."
Schon früh merkt er sich die zahlreichen Akzente seines internationalen Umfelds. Dieses Wissen macht er sich später in der Schauspielerei zu Nutze, er spielt Russen, Griechen, Inder und Iraner. Wenn er als gestrenger Arzt in "
Nicht ohne meine Tochter" (1991) seine Frau (Sally Fields) in den Iran entführt, kommt kaum jemand darauf, dass das Multitalent spanisch-italienischer Herkunft und in London geboren ist. Der Schauspieler ist überzeugt vom positiven Einfluss seiner Herkunft auf seine erfolgreiche Karriere. Seit mehr als 35 Jahren hat er sich dem Schauspiel verschrieben. Schon früh beginnt Molina, seine Umwelt zu beobachten und sich das Gesehene zu merken. Als er im Alter von neun Jahren "
Spartacus"(1960) sieht, ist es um ihn geschehen. Er beschließt, Schauspieler zu werden. Was immer er sich in den Kopf setzt, er zieht es durch.
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Alfred Molina und Andy Garcia mit dem Rosaroten Panther
Glückspilz oder Stratege
Molina ist keiner, dem alte Rollen anhaften. Immer wieder gelingt es ihm, Publikum und Kritiker von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Mehrfach wurde ihm attestiert, in seinen Rollen aufzugehen. Schon während seiner Kindheit unterscheidet er sich von seinen Mitschülern und Freunden. Diesen Umstand weiß er später für sich zu nutzen. Er hat eine komische Gangart, ist dick und viel zu groß für sein Alter. Sein selbstironisches Wesen kommt ihm da zugute. Mit einer gesunden Portion Zynismus bemerkt er im Interview mit der englischen Zeitung The Guardian, dass er "die Rollen eines romantischen Helden im Schultheater nie bekommen [habe]". Stattdessen sei er der "Ausländer für alle Fälle", der Außenseiter. Diese Assoziation begleitet ihn während seiner gesamten Laufbahn. Sieht man ihn in einem Film als fieser Gangster, ist es in der nächsten Produktion der große Teddybär. Wenige Rollen Molinas gleichen sich. Er liebt es, in immer neue Umgebungen einzutauchen. "Je unterschiedlicher eine Rolle im Vergleich zur Vorherigen ist, desto interessanter ist sie für mich", so der Schauspieler 2007 in einem Interview mit der Entertainmentseite Ain't It Cool News. Dahinter liege keine Strategie, vielmehr sei dies pures Glück.