Starfeature

James Franco als Dichter Allen Ginsberg
Umtriebiger Star ohne Allüren

Workaholic James Franco

James Franco gehört zu Hollywoods fleißigsten Stars. Er dreht jedes Jahr drei bis vier Filme. Nach den "Spider-Man"-Comicverfilmungen kann er sich seine Rollen aussuchen und arbeitet bevorzugt mit Regisseuren, die er bewundert. Mit seiner Freundin Ahna O'Reilly ist er seit April 2006 glücklich liiert. Das Paar hält sich von der Klatschpresse fern, denn Franco hat auch so genug zu tun. Neben der Schauspielerei studierte er, schreibt und ist als Maler erfolgreich.
Von  Tatjana Niezel/Filmreporter.de, 16. Februar 2011

James Franco trägt das Gedicht "Howl" vor

James Franco trägt das Gedicht "Howl" vor

Bedürfnisse befriedigen
James Franco hat sich nicht in den Strudel aus Selbstgefallen reinziehen lassen, der in Hollywood vorherrscht. Er ist sich seiner Rolle bewusst, wie er im Interview mit der Frankfurter Rundschau offenbart: "Seien wir ehrlich, als Schauspieler befriedige ich nur die Bedürfnisse des Regisseurs. Film ist eine Regie-Kunst." Das reicht ihm aber nicht. Franco ist selbst ein kreativer Geist. Er führt Regie, malt und schreibt Gedichte. Ursprünglich will er nicht Schauspieler werden. Nach der Schule schreibt er sich an der University of California in Los Angeles (UCLA) in Anglistik (englische Sprache und Literaturwissenschaften) ein. Den Schauspielkurs belegt er eigentlich nur, um gegen seiner Schüchternheit anzukämpfen. Doch er hat Blut geleckt. Nach nur einem Jahr schmeißt er die Uni, um sich ganz auf das Schauspiel zu konzentrieren.

15 Monate lässt er sich jetzt am Playhouse West von Robert Carnegie ausbilden. Und dann macht er sein Glück in Hollywood. Seine erste größere Rolle hat Franco 1999 in der Comedy-Serie "Voll daneben voll im Leben". Während der Dreharbeiten lernt er die Komiker-Clique um Judd Apatow und Seth Rogen kennen, mit denen er in den folgenden Jahren immer mal wieder zusammenarbeitet. Mal in witzigen Cameo-Auftritten wie in "Beim ersten Mal" und "The Green Hornet (3D)" oder auch in größeren Rollen wie als kiffender Drogendealer in "Ananas Express". Seinen ersten großen Erfolg gelingt ihm 2001 mit der Hauptrolle in dem Fernsehfilm "James Dean - Ein Leben auf der Überholspur", für die er mit dem Golden Globe ausgezeichnet wird. Nur ein Jahr später ist er als Tobey Maguires Widersacher Harry Osborn in "Spider-Man" auf der Leinwand zu sehen. Mit der Rolle, die er insgesamt drei Mal spielen wird, gelingt ihm der internationale Durchbruch.

Howl - Das Geheul

Howl - Das Geheul

Spider-Man-Widersacher wird schwuler Dichter
Nicht nur große Blockbuster-Rollen haben es Franco angetan. Er ist immer wieder auf der Suche nach Figuren, die ihn fordern. Besondere Aufmerksamkeit erregte seine Darstellung in Gus van Sants Biopic "Milk". In dem Drama spielte er Harvey Milks (Sean Penn) Freund, Amerikas erstem Politiker, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt. James Franco wird dafür unter anderem mit dem Independent Spirit Award für die beste männliche Nebenrolle ausgezeichnet.

In "Howl - Das Geheul" spielte er 2010 erneut einen schwulen Protagonisten. Poet Allen Ginsberg wird in den 1960er Jahren zu einer Ikone der Beat-Generation. Dessen Gedicht "Howl" sorgt in den USA für einen Skandal und bringt den Dichter wegen seiner angeblichen Anzüglichkeit vor Gericht. Die amerikanischen Medien würdigen zwar auch James Francos künstlerische Arbeit, konzentrierten sich aber vornehmlich darauf, dass ein talentierter Jungschauspieler in so kurzer Zeit, zwei Schwule verkörpert hat. James Franco mag es nicht, wie die Thematik in den Medien präsentiert wird: "Niemand würde sagen, dass es ihn stört, aber die Schlagzeilen lauten dann: Franco - Hollywoods schwulster Heterodarsteller. Das ist eine gewisse Art von Zensur. So werden diese Filme klein gemacht", ärgert er sich im Februar 2010 im Interview mit Filmreporter.de.

Seite: 1 Seite vor >>

Zum Thema

Porträt zu James Franco

James Franco

Darsteller, Regisseur, Drehbuch, Produzent

Porträt >>
Jason Lee in "My Name is Earl"

Weitere Starfeatures

Sein Name ist Jason Lee

Jason Lee gehörte schon lange zu den Darstellern, deren Gesicht man kennt, deren Name weiter
Tom Hardy in "Dame, König, As, Spion"

Chamäleon Tom Hardy

Wenn es um die Vorbereitung auf eine Rolle geht, scheut Tom Hardy keine Mühen, um sich den neuen Charakter anzueignen. Ähnlich wie der weiter
Mia Wasikowska auf der Londonder Premiere von "Alice im Wunderland"

Mia Wasikowska im Wunderland

Unter der heißen australischen Sonne erblickt am 14. Oktober 1989 Mia Wasikowska das Licht der Welt. Gute 20 Jahre später zählt die weiter
© 2013 Filmreporter.de