© Charley Gallay/WireImage
Melissa Leos Name ruft vermutlich bei wenigen ein Gesicht vors innere Auge. Die Schauspielerin gehört zwar zu den viel beschäftigten Darstellerinnen des US-Kinos und -Fernsehens, doch sie ist meist in Nebenrollen zu sehen. Dazu beweist die New Yorkerin eine unglaubliche Wandlungsfähigkeit, die es schwer macht, sie wiederzuerkennen. Spätestens seit der Oscargala 2011 ist sie einem größeren Publikum bekannt.
© Senator Filmverleih
Melissa Leo und Christian Bale als Mutter und Sohn
Zum einen erhält Melissa Leo den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle im Boxerdrama "The Fighter". Zum anderen rutscht ihr in ihrer Dankesrede das F-Wort heraus, auf das die amerikanischen Medien äußerst empfindlich reagieren. Mit dem Satz: "When I watched Kate two years ago, it looked so fucking easy!" sorgt Leo beinahe für mehr Schlagzeilen, als ihre schauspielerische Leistung im Film. Natürlich entschuldigt sie sich im Nachhinein, falls sie mit dieser Aussage irgendwem zu nahe getreten sei und gibt zu, dass solche Wörter nicht auf eine Bühne gehörten.
Trotzdem muss man zweimal hinsehen, um in der Frau in der schicken Abendrobe die Filmmutter von Mark Wahlberg und Christian Bale wiederzuerkennen. Denn an Alice Ward ist nichts stilvoll oder kultiviert. Angefangen bei der blondgesträhnten Kurzhaarfrisur, die an die einer Kleinstadtfriseuse der 1980er Jahre erinnert. Ebenso wenig die nicht dem Alter entsprechenden Miniröcke und vor allem die schnodderige Sprache. Alice flucht, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Das hat Leo doch mit ihrer Filmfigur gemein.
© Senator Filmverleih
Melissa Leo in "The Fighter"
Im Frühjahr 2011 laufen in den deutschen Kinos gleich zwei Filme mit der gebürtigen New Yorkerin, die ihre Wandlungsfähigkeit eindrucksvoll beweisen. Neben dem Boxfilm "The Fighter" ist sie in "Willkommen bei den Rileys" zu sehen. An der Seite von James Gandolfini spielt sie eine Frau, die den Jahre zurückliegenden Unfalltod ihrer Tochter nicht verwunden hat. Lois hat das Haus schon ewig nicht mehr verlassen. Doch als ihr Mann nach einer Geschäftsreise nicht mehr zurückkommen will, macht sie sich auf, ihn in New Orleans zu suchen.
Wie Melissa Leo die Trauer und Lebensunfähigkeit dieser Frau spielt, geht unter die Haut. Sie muss nicht hysterisch schreien oder weinen, um die Verzweiflung ihrer Figur zu zeigen. Es reicht völlig, wenn sie mit ausdruckslosen Augen in die Kamera sieht, damit der Zuschauer ihren ganzen Schmerz erfasst. Auch in den tragikomischen Momenten des Films, wenn sie im Auto mit den elektrisch verstellbaren Sitzen kämpft, ist es Leos differenziertem Spiel zu verdanken, dass der Film nicht ins Alberne abgleitet. So verschieden die beiden Frauen sind, eine Gemeinsamkeit haben sie: die Liebe zu ihren Kindern. Diese Liebe schlägt auch die Brücke zur dritten wichtigen Mutterrolle in Leos Karriere und die beginnt beim Fernsehen.
Jason Lee gehörte schon lange zu den Darstellern, deren Gesicht man kennt, deren Name einem aber nicht einfällt. Das könnte daran liegen, dass er bis zu seinem Auftritt in... weiter
Wenn es um die Vorbereitung auf eine Rolle geht, scheut Tom Hardy keine Mühen, um sich den neuen Charakter anzueignen. Ähnlich wie der junge Robert De Niro frisst er sich in... weiter
Unter der heißen australischen Sonne erblickt am 14. Oktober 1989 Mia Wasikowska das Licht der Welt. Gute 20 Jahre später zählt die Schauspielerin zu den vielversprechendsten... weiter