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Francesco Lucente: Irak kein Thema
Wut und Enttäuschung
Es ist wahrlich keine leichte Kost, die uns Regisseur
Francesco Lucente in "
Badland" präsentiert. Ein Ex-Soldat kehrt gebrochen aus dem Irak zurück. Ein Funke - und er explodiert. Er tötet seine hochschwangere Frau sowie seine zwei Söhne. Einzig seine kleine Tochter verschont der Vater. Warum Lucente sich an dieses Thema wagte und dafür auch einen Flop an den Kinokassen einkalkuliert, berichtet er uns in einem ernsten Gespräch unter vier Augen in München. Auch seine Enttäuschung über das amerikanische Volk, das blind zwei Mal den falschen Präsidenten wählte, thematisierte der Kanadier.
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Szene aus "Badland"
Ricore: Wie lange haben Sie an "Badland" gearbeitet und wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Francesco Lucente: Ich startete mit dem Skript 2004, im Oktober 2005 haben wir mit den Dreharbeiten begonnen. Grundlage war die Wiederwahl der
Bush-Regierung 2004. Ich war enttäuscht, und habe versucht mir vorzustellen, was passiert wäre, wenn ich als Reservist in den Irak geschickt worden wäre. Wäre ich gezwungen gewesen, hinüber zu gehen, um bei meiner Rückkehr herauszufinden, dass die Gründe meines Einsatzes nicht die ganze Wahrheit waren, wäre ich wohl total verzweifelt.
Ricore: Hatten Sie Kontakt zu ehemaligen Soldaten?
Lucente: Nein, es ging mehr um die emotionale, politische Seite und ich wollte die Geschichte aus einer emotionalen, persönlichen Perspektive schreiben.
Ricore: Was wollen Sie den Zuschauern mitteilen?
Lucente: Ich hoffe, dass das Publikum die Auswirkungen eines Kampfes zwischen Menschen wahrnehmen - den Kollateralschaden. Ein Krieg endet nicht auf dem Schlachtfeld, man nimmt ihn mit nach Hause. Eine Studie zeigte, dass die Familien der Soldaten noch zwei oder drei Generationen später unter dem Kriegseinsatz leiden. Das ist etwas, womit wir lernen müssen, umzugehen. Die Menschen müssen damit umgehen, auch lange nachdem ein Krieg beendet wird.