© Barbara Mayr
Katrin Seybold schafft mit "Die Widerständigen" ein Porträt der Widerstandsbewegung die Weiße Rose. In Gesprächen mit Zeitzeugen geht sie den damaligen Erlebnissen von Freunden, Bekannten und Partnern der Geschwister Scholl auf den Grund. Diese wurden 1943 hingerichtet. Dokumentationen zu diesem Thema zu machen ist für sie wie ein Zwang, so die deutsche Filmemacherin in dem offenherzigen Gespräch mit Filmreporter.de.
Ricore: Sie haben die Themen Verfolgung, Widerstand und Nationalsozialismus schon in anderen Dokumentationen aufgegriffen. Worin besteht Ihre Faszination?
Katrin Seybold: Ich würde das Wort Faszination für mich nicht benutzen, sondern es hat eher etwas mit Notwendigkeit, Wollen, Möchten zu tun. Es ist ein Wunsch von mir, solche Themen am Leben und in den Köpfen der Menschen zu halten. Ich drehte 1981 meinen ersten Film zu diesem Thema mit dem Titel "Es ging Tag und Nacht, liebes Kind" mit Sinti in Auschwitz. Als ich die Menschen kennen lernte, merkte ich, wie wichtig es ist, das festzuhalten. Ich sehe mich als Festhalterin, als jemand, der die Erinnerung festhält. Und auch wie wichtig diese Arbeit ist. Und ich habe die Mittel und die Möglichkeit dazu, das zu machen. Das geht mehr von meinem Beruf aus, ich habe die Möglichkeit das filmisch festzuhalten. Und das tue ich.
Ricore: Inwieweit sind und waren Sie und Ihre Familie von diesem Thema betroffen?
Seybold: Es gab von meiner Mutters Seite einen Kommunist in der Familie, der an die Front geschickt wurde. Mein Großvater väterlicherseits wurde nicht direkt verfolgt, aber er konnte seine Funktion während des Nationalsozialismus nicht ausüben. Er war in Schlesien Großmeister der Freimaurer-Loge.
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