© Buena Vista International (Germany)
Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse überallhin
Jamie Lee Curtis über Bush und Timberlake
In "
Freaky Friday - Ein voll verrückter Freitag" wird
Jamie Lee Curtis und ihrer Tochter ein chinesischer Glückskeks zum Verhängnis. Die Schreckensvorstellung, dass die Mutter mit ihrer Teenager-Tochter den Körper tauscht, kann nur ein guter Ausgangspunkt für eine hervorragende Komödie sein. Zum nicht enden wollenden Lachkrampf entwickelte sich auch das Interview mit Jamie Lee.
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Jamie Lee Curtis in: Freaky Friday - Ein voll verrückter Freitag
Ricore Medien: Sie haben ja selbst eine Tochter im Teenager-Alter. Wie gefällt Ihnen die Idee, mit ihr einmal den Platz zu tauschen?
Jamie Lee Curtis: Die Welt aus der Sicht der anderen Person zu betrachten, ist vermutlich der beste Weg zu lernen. Ich erinnere mich an einen Song aus meiner Kindheit, "Walk a mile in my shoes", ein Country-Western-Song. Der bringt das auf den Punkt. Meistens haben wir nicht die Gelegenheit dazu, sitzen rum und urteilen über andere Menschen aus unserer Perspektive. Was natürlich entsetzlich unfair ist. Das ist die Lektion, die ich von diesem Film lernen will: nicht über andere zu richten, sondern mich in ihre Lage zu versetzen. Ich versuche noch immer, George Bush zu verstehen. Schwierige Angelegenheit! (lacht)
Ricore: Haben sie sich mal überlegt, wie Sie das Leben Ihrer Tochter verbessern könnten, wenn Sie sich in sie hineinversetzen?
Curtis: Ich finde, dass das Leben eines Teenagers irre tough ist. Die haben es alle unheimlich schwer, weil alles in ihrem Leben im Widerspruch steht. Und als Eltern machen wir ohnehin alles falsch. Einerseits wollen wir ihnen gutes Beispiel vorangehen, andererseits wollen wir, dass sie unabhängig werden und selbständig denken. Aber das ist ein Widerspruch. Nehmen wir noch mal George Bush her: wäre ich besonders glücklich, wenn ich ein ultra-rechtes Kind daheim hätte? Lass uns mal annehmen, meine Tochter hätte eine sehr konservative, rechtslastige politische Meinung - genau das Gegenteil von mir. Aber ich wäre gezwungen, das zu akzeptieren. Wir wollen, dass unsere Kinder glücklich werden, aber wir wollen auch, dass sie Spiegelbilder von uns selbst sind. Das ist so, als würden wir sagen: okay. Ich will, dass ihr glücklich seid solange ihr genau das macht was wir wollen. Aber in Wirklichkeit wollen Teenager in erster Linie authentisch sein. Das ist das Wort, das meistens aus ihrem Mund kommt: authentisch, echt, individuell. Meine Tochter war mein Schutzengel bei diesem Film. Denn ich fiel in diese Rolle ohne jede Vorwarnung von einem Tag auf den anderen, weil
Annette Bening plötzlich absagte. Ich glaube nicht, dass ich das hätte tun können, ohne daheim eine 16jährige Tochter aufzuziehen.