© Ulrich Blanché/Ricore Medien
Anne Novion und Jean-Pierre Darroussin erscheinen gemeinsam zum Interview im sonnigen München anlässlich des Deutschlandstarts von "Wir sind alle erwachsen". Mittfünfziger Darroussin ist in Frankreich ein etablierter Schauspieler, die 29-jährige Jungregisseurin rührt die Werbetrommel für ihren ersten Spielfilm. Trotz des Alters- und Erfahrungsunterschieds sind die beiden sehr vertraut miteinander.
© Ulrich Blanché/Ricore Medien
Jean-Pierre Darroussin in München
Ricore: Albert ist erwachsen, verhält sich teils jedoch wie ein kleiner Junge. Inwieweit sind Sie noch ein kleiner Junge/Mädchen?
Jean-Pierre Darroussin: Insofern, dass ich Enthusiasmus, Begeisterung für Dinge aufbringen kann. Ich bin wie ein kleiner Junge, wenn es um Geschichte geht. Damit nerve ich meine Töchter, weil ich ihnen immer alles ganz genau erklären will, wie auch Albert im Film. Diese Leidenschaft versuche ich ihnen zu vermitteln.
Ricore: Wie alt sind Ihre Töchter?
Darroussin: 14 und 17 Jahre.
Anne Novion: Was den Enthusiasmus anbetrifft, stimme ich Jean-Pierre zu. Bei mir geht es jedoch mehr darum, wie ein Kind in einer Phantasiewelt leben zu können. Dort ist alles möglich, was für mich als Filmemacherin wichtig ist. Die Phantasiewelt kann schöner als die Realität sein.
Ricore: Wie haben Sie sich als Albert oder Jeanne im Verhältnis zu Ihren Töchtern beziehungsweise zu Ihrem Vater wiedererkannt?
Novion: Man kann nicht sagen, dass ich Jeanne sehr ähnlich bin. Auch ähnelt Albert kaum meinem Vater. Im Detail stimmt das schon. Jeanne beispielsweise beobachtet gerne und viel. Mein Vater gehört nicht zu denen, die mit dem Metall-Detektor durch die Gegend rennen. Im Film übertreibt man immer. Er war jemand, der auch viel organisierte. Wenn wir zusammen in die Ferien fuhren, bereitete mein Vater immer viel vor, zeigte mir Dinge, die ich jedoch oft als langweilig empfand. Das gibt es oft zwischen Eltern und Kindern. Die Eltern finden das ganz spanend für die Kinder, die jedoch sind schon in einem Alter, wo sie eigentlich gerne etwas anderes machen würden.
Darroussin: Ich habe mich insofern wiedererkannt, als ich jetzt weniger Druck auf meine Töchter ausüben will. Ich habe das wohl ein wenig übertrieben. Wie Albert habe ich diese Tendenz, ständig viel zu vermitteln. Ich habe versucht, mir das ein wenig bewusst zu machen, dass ich im Bereich Schule und Wissen übertrieben habe. Wissen ist für mich der Schlüssel zu einer Verzauberung und Begeisterung, um im Leben zu wissen wo man sich befindet. Ich weiß, dass meine Töchter zurzeit ganz andere Probleme haben.
Der alleinerziehende Spießer Albert (Jean-Pierre Darroussin) macht mit seiner 17-jährigen Tochter Jeanne (Anaïs Demoustier) Urlaub auf einer schwedischen Insel. Aufgrund eines... mehr
Für den krisenerprobten Robert Downey Jr. läufts derzeit richtig gut. Er darf ein zweites Mal in die Haut des Superhelden "Iron Man" schlüpfen und bringt gerade seine... weiter
Tom Schilling hat seine Schauspielkarriere einem Zufall zu verdanken. Als Zwölfjähriger wird er von einem Theaterregisseur auf dem Schulhof entdeckt. Ein Glücksfall, wie sich... weiter
Heiner Lauterbach gehört zu den viel beschäftigten deutschen Schauspielern. In der zweiteiligen Verfilmung von Ken Folletts Roman "Eisfieber" ist seine Figur Stanley an... weiter