© Jean-François Martin/Ricore Text
Stephen Frears gehört zu den wichtigsten Regisseuren des Neuen Britischen Kinos. Mit "Die Queen" feierte er 2007 seinen bisher größten kommerziellen Leinwanderfolg. Nach "Gefährliche Liebschaften" von 1988 verfilmte er nun mit "Chéri - Eine Komödie der Eitelkeiten" erneut ein Werk der französischen Schriftstellerin Colette. Zudem arbeitete er für sein neues Werk wieder mit Hollywoodschauspielerin Michelle Pfeiffer zusammen. In unserem Gespräch nimmt er Stellung zu den Folgen der globalen Finanzkrise auf die Filmindustrie, gibt Auskunft über sein Bild der ehemaligen britischen Regierungschefin Margaret Thatcher und äußert sich zum Zustand des englischen Vereinsfußballs.
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Stephen Frears
Ricore: Was wissen Sie über die Dekade der Belle Époque und hätten Sie sich vorstellen können in dieser Zeit zu leben?
Stephen Frears: Ich habe mich natürlich im Vorfeld zu "Chéri" über diese Zeit informiert. Wichtig waren für mich speziell die Kostüme und die Ausstattung, dabei habe ich mich vor allem von Fotographien inspirieren lassen. Ich mag diese Zeit, fühle mich allerdings in der Gegenwart sehr wohl.
Ricore: Warum haben Sie "Chéri" gerade jetzt realisiert und nicht schon vor zehn Jahren?
Frears: Vor zehn Jahren gab es das Drehbuch noch nicht, sonst hätte ich es wahrscheinlich schon damals gemacht. Als ich das Drehbuch das erste Mal las, wollte ich es jedenfalls sofort verfilmen.
Ricore: Was mögen Sie an dem Drehbuch?
Frears: Es ist eine gute Umsetzung von Drehbuchautor Christopher Hampton, die mich zum Lachen bringt. Ganz einfach.
Ricore: Was sind die typischen Stephen Frears-Momente in "Chéri"?
Frears: Meine Filme sind generell geprägt von guten literarischen Vorlagen, so ist es auch diesmal. Ich mag gut geschriebene Geschichten. Die Vorgabe von Colette war überzeugend, die Drehbuchumsetzung von Hampton ebenfalls.
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