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Gesine Danckwart ist Theaterregisseurin mit Hang zum Film. Jetzt gibt sie ihr Debüt als Filmregisseurin mit einem ungewöhnlichen Drama. In "UmdeinLeben" werden sechs Frauen portraitiert, die mit ihrem Alltag kämpfen oder den Kampf gar zum Alltag erklären. Der Zuschauer muss auf einen klassischen Erzählverlauf verzichten, kann aber dafür viel Neues entdecken. Die sechs Frauenfiguren wurden von den Darstellerinnen mitentwickelt.
© Karolina Zebrowski/Ricore Text
Gesine Danckwart
Ricore: Frau Danckwart, um was geht es in Ihrem Film "Umdeinleben"?
Gesine Danckwart: Es geht um die unterschiedlichen Überlebensstrategien bestimmter Frauen. Diese Strategien stehen in erster Linie für Frauen, aber auch allgemeiner für Großstadtmenschen. Es geht um den Stress moderner Arbeitswelten. Man sieht die Figuren alle kämpfen, mit dem was sie machen. Es sind nicht existenzielle Dinge im eigentlichen Sinne, aber es sind Dinge, die für uns alle existenziell sind. Der Kampf mit dem Handy, der Kampf irgendwo anzukommen oder vielleicht auch kein Zuhause zu haben. Die Figuren sieht man fast nur alleine. Das heißt, es geht auch um Einsamkeit. Um diese komische Form von Einsamkeit, bei der man zwar ständig am Telefon ist und mit vielen Leuten zu tun hat und am Ende aber doch irgendwie alleine ist.
Ricore: Sie kommen vom Theater. Wieso haben Sie sich entschlossen, einen Film zu machen?
Danckwart: Ich wollte schon lange einen Film machen. Ich habe auch am Theater viel mit Videomaterial gearbeitet. Für mich war das nicht so neu, jetzt einen Film zu drehen. Ich arbeite generell mit verschiedenen Formaten. Ich mache Hörspiele oder inszeniere Theaterstücke, die im Stadtraum spielen. Ich habe mehrere Projekte, die sich mit Orten in der Stadt auseinandersetzten. Das sind Themen, die mich schon immer interessiert haben. Ich fand das Medium richtig. Film ist ein tolles Medium, um Dinge zu erzählen, die in der Außenwelt passieren.
Ricore: In Ihrem Film spielen Sie mit verschiedenen Formen von Raum und Individuum. Eröffnet Film andere Möglichkeiten als Theater?
Danckwart: Ich fand es toll, dass es im Film einen Erzählstrang gibt, der in der realen Welt spielt. Demgegenüber gibt es diese Szenen in einem undefinierbaren weißen Raum, die dagegen geschnitten werden. Die realen Szenen spielen damit, wer nicht rauskommen oder auch nicht reinkommen darf und wie klaustrophobisch diese Orte sind. Der Film lebt von diesen Bildern der Stadt, die man in dieser Form am Theater nicht hat.
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