© Constantin Film
Sarah Michelle Gellar über die Schönheit asiatischer Filme
Ich wäre gerne Actionheldin
Mit dem TV-Erfolg "Buffy - Im Bann der Dämonen" wurde
Sarah Michelle Gellar zur gefeierten Seriendarstellerin. Auf der Leinwand dagegen blieb der große Erfolg aus, seichte Komödien ("
Scooby-Doo") und billige Horrorverschnitte ("
Scream 2") kratzten schwer am Image der 27-Jährigen. Das soll sich nach dem Ende von "Buffy" nun ändern. In "
The Grudge - Der Fluch", einem packenden Remake des japanischen Gruselfilms "
Ju-on: The Grudge", spielt Gellar die Sozialarbeiterin Karen, die in einem verwunschenen Haus auf einen übernatürlichen Fluch stößt. Wir trafen die Schauspielerin in Berlin.
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Vom tödlichen Fluch bedroht: die junge Amerikanerin Carol (Sarah Michelle Gellar)
Ricore: Mrs. Gellar, was mögen Sie an Horrorfilmen?
Sarah Michelle Gellar: Ich mag Filme, die ein Gefühl erzeugen. Unsere Welt ist so seltsam geworden, da möchte ich mich mit Limo, Popcorn, Schokolade, Hotdogs und Nachos in meinen Kinosessel setzen und für zwei Stunden alles andere vergessen können. Mich auf eine Reise in eine andere Welt begeben, egal ob sie mich glücklich macht, erschreckt oder zum Weinen bringt. Wenn man für Hollywood arbeitet, erkennt man allzu gern kleine Fehler im Film. Ich will dagegen von einer Story ganz eingenommen werden. Bei Horrorfilmen funktioniert das ganz gut.
Ricore: Dank Ihrer langjährigen Rolle in der TV-Serie "Buffy" dürften Sie ja zur Horror-Expertin geworden sein.
Gellar: Ich hatte das Glück, in einer gut laufenden Fernsehserie zu spielen. Auch wenn ich darauf ziemlich stolz bin, kann ich mich deswegen aber noch lange nicht Expertin nennen. Ich weiß auch nicht, ob "Buffy" wirklich dem üblichen Horrorschema gefolgt ist. Die Monster und Dämonen standen metaphorisch für den Horror des Lebens. Es ging also um wesentlich mehr als nur Furcht und Schrecken.
Ricore: Und weil Furcht und Schrecken in asiatischen Horrorfilmen selten zu kurz kommen, haben Sie sich nun an ein Remake des japanischen Horrorklassikers "The Grudge" gewagt?
Gellar: Es ist nicht nur das. Asiatische Filme haben eine Schönheit in sich, die meiner Meinung nach von einem tiefen Interesse an Spiritualität herrührt. Denn das, was die Leute eines Landes beschäftigt, spiegelt sich immer in ihren Filmen wieder. Nehmen Sie einen Film wie "
Shaolin Kickers". In Amerika wurde der als Slapstick-Comedy abgetan, derweil geht es in Wirklichkeit um soviel mehr. Ich wundere mich sowieso, warum in Amerika so wenig Interesse an asiatischen Filmen besteht. Ich hatte gehofft, dass wir nach dem Erfolg von "
Tiger & Dragon" und "
The Ring" mehr davon zu sehen bekommen, aber dem war leider nicht so.