© Ralf Hake/Ricore Text
Nicht mehr fremdeln
Fahri Yardims Visage
Fahri Yardim wird in der Türkei schon mal für sein schlechtes Türkisch ausgelacht. Die Heimat seiner Eltern ist dem Hamburger zwar nicht fremd, zuhause ist er halt doch in Deutschland. Die Kategorien Nationalität und Kultur mag der Schauspieler ohnehin nicht. Er fordert: Wir sollten endlich wieder anfangen, uns als Menschen zu begegnen, nicht als Türken oder Deutsche. Was der "
Almanya - Willkommen in Deutschland"-Darsteller Thilo Sarrazin mal gerne ins Gesicht sagen würde, verrät er im Gespräch mit
Filmreporter.de.
© Concorde Filmverleih
Almanya - Willkommen in Deutschland
Ricore: Wo sind Sie geboren?
Fahri Yardim: In Hamburg, in der City.
Ricore: Wann kamen Sie zum ersten Mal in die Türkei?
Yardim: Wahrscheinlich schon im Bauch meiner Mutter. Meine Eltern haben früher häufig die Großeltern besucht. Da war ich immer dabei. Ab einem Alter von ein, zwei Jahren war ich immer wieder in der Türkei.
Ricore: Ist die Türkei für Sie Ausland?
Yardim: Ich fühle mich dort nicht ganz fremd. Nicht so fremd, wie wenn ich nach Thailand fahre. Aber schon noch ziemlich fremd. Ich bin eben Hamburger.
Ricore: Sprechen Sie türkisch?
Yardim: Ich spreche zwar türkisch, aber nicht gut. Ich werde in der Türkei ausgelacht, weil ich einen starken deutschen Akzent habe. Ich klinge wohl wie ein kleines Kind. Man lacht dann über mich - obwohl ich gar nicht witzig sein will. Das ist schon bitter.