© ZDF/Thomas Kost
"Ingmar Bergman bewunderte Schauspieler"
Rita Russek mischt mit
Rita Russek ist bekannt dafür, dass sie Regisseuren schon mal die Leviten liest. Dabei handelt die Schauspielerin aus Erfahrung: Am Theater inszeniert die 58-Jährige selbst und wurde dafür unter anderem für den
Molière-Theaterpreis für die beste Regie nominiert. In "
Adel Dich" ist sie als Ex-Frau eines frisch Pensionierten (
Elmar Wepper) zu sehen, der sich auf die Suche nach seiner wahren Herkunft macht. Mit
Filmreporter.de spricht Russek über den Wandel der Filmbranche sowie ihre Freundschaft zu
Ingmar Bergman.
© ZDF/Thomas Kost
Rita Russek
Ricore: Wie sind Sie zu diesem Projekt gekommen?
Rita Russek: Es war ein Wunsch der Produktionsfirma, dass ich diese Rolle übernehme. Aber das ist mir eigentlich egal. Wichtiger ist mir, dass das Drehbuch gut ist und wer die Kollegen sind, mit denen ich arbeite.
Ricore: Wie gehen Sie bei Ihrer Rollenauswahl vor?
Russek: Die Kollegen werden mir tatsächlich immer wichtiger, je älter ich werde. Man kann ca. 20 bis 30 Prozent der Qualität eines Filmes damit erreichen, wenn man sich mit den Kollegen verständigen kann. Je besser man sich kennt, umso leichter geht das. Mit
Elmar Wepper hatte ich zwar noch nicht gedreht, aber
Gisela Schneeberger kannte ich schon.
Ricore: Wollen Sie sich denn nicht mehr auf Abenteuer einlassen?
Russek: Sie haben schon Recht. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus, denn irgendetwas ist immer fremd, beziehungsweise das Fremde überwiegt ja. Das Team kennt man meistens nicht. Ich kannte diesmal Regisseur
Tim Trageser noch nicht. Deswegen ist es schön, wenn man vor der Kamera eine kleine Häuslichkeit schaffen kann mit Menschen, die man schon kennt. Aber es spricht natürlich nichts dagegen, sich überraschen zu lassen.
Ricore: Von wem lassen Sie sich noch überraschen?
Russek: Eigentlich nur noch von einem ganz jungen Schauspieler, denn die anderen kenne ich ja alle. Da weiß ich, ach, den hast du da und da schon gesehen. Aber wenn ein ganz junger Schauspieler vielleicht seine erste Rolle spielt, würde ich niemals sagen: den kenne ich nicht und deswegen spiele ich nicht mit ihm oder ihr.