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Mit der Oma in Roma
Giancarlo Gianninis Freiheitsdrang
So stellt man sich einen echten Italiener vor. In "
Oma in Roma" spielt
Giancarlo Giannini einen Charmeur, der das Herz von Hauptdarstellerin
Marianne Sägebrecht zum Schmelzen bringt. Diese soll ins Altersheim abgeschoben werden, will aber viel lieber nach Rom reisen, um eine Audienz beim Papst zu kriegen. Als Kulisse für das Innere des Vatikans diente die Münchner Residenz. Dort nahm sich Giannini während der Dreharbeiten Zeit, um mit
Filmreporter.de über das Kochen, die Freiheit und die Fantasie zu sprechen.
© Heiko Thiele/ Ricore Text
Marianne Sägebrecht und Annette Frier am Set von "Oma in Roma"
Ricore: In "Oma in Roma" verlieben Sie sich in eine Oma. Was ist das schönste Erlebnis an das Sie sich mit Ihrer Großmutter erinnern?
Giannini: Ich erinnere mich oft daran, dass sie wundervoll gekocht hat. Meine Mutter hat damit weiter gemacht, aber es konnte nicht immer gutes Essen geben. Ich bin schließlich in den 1950er Jahren aufgewachsen.
Ricore: Kochen Sie selbst?
Giannini: Natürlich. Aber leider habe ich dazu nur wenig Zeit. Meistens koche ich nachts. Um fünf Uhr morgens mache ich mir beispielsweise ein Risotto oder Spaghetti mit Tomatensauce. Am liebsten koche ich italienisch. Ich bin ein richtiger Fan von Spaghetti mit Tomatensauce und Basilikum. Das nächtliche Kochen bedeutet für mich große Freiheit.
Ricore: Was ist die größte Freiheit des Menschen?
Giannini: Die größte Freiheit des Menschen besteht meiner Meinung nach darin, wenn der Mensch während des Tages möglichst viel Zeit hat, das machen zu können, wozu er Lust hat. Deshalb mache ich mir um fünf Uhr morgens Spaghetti. Das ist meine Freiheit. Meist ist man in andere Dinge eingebunden und hat etwa Termine zu befolgen. Dies ist nur geplante freie Zeit, was keine wirkliche Freiheit bedeutet. Die eigentliche Freiheit habe ich in der Fantasie, dann fühle ich mich frei. Schlafen tue ich wenig. Schlafen ist wie tot zu sein.