Interview

Clemens Schick
Militäreinsatz und Gewalt okay?

Friedlicher Clemens Schick

Als Zwölfjähriger will Clemens Schick Zirkusartist werden. Mit 22 geht er für acht Monate ins Kloster. Schließlich wird Schick jedoch Schauspieler und tritt in Filmen wie "James Bond 007: Casino Royale" und "Duell - Enemy at the Gates" auf. Auch in "Largo Winch 2" spielt er eine actionbetonte Rolle. Als Bösewicht macht er dem Protagonisten die Hölle heiß. Gegenüber Filmreporter.de erläutert Schick, weshalb er als überzeugter Pazifist manchmal gewalttätige militärische Einsätze befürwortet. Außerdem erklärt er, welche Politiker er schätzt und wie er seinen Glauben praktiziert.
Von  Heiko Thiele/Filmreporter.de,  6. Oktober 2011

Largo Winch 2

Largo Winch 2

Ricore: Sie haben schon viele Bösewichte gespielt. Was reizte sie an Dragan Lazarevic?

Clemens Schick: Es war eine riesen Freude mit Schauspielern wie Tomer Sisley, Ulrich Tukur und Sharon Stone in einem Ensemble zu spielen. Außerdem konnte ich mir nicht entgehen lassen, den Stunt im finalen Showdown selber zu drehen. Das war eine große Herausforderung.

Ricore: Haben Sie alle anderen Stunts auch selbst gemacht?

Schick: Wir haben insgesamt fünf Monate gedreht, die letzten beiden Wochen ausschließlich am Showdown. Von diesem Kampf haben wir ungefähr 95 Prozent live in der Luft gedreht. Davon wiederum habe ich ungefähr die Hälfte übernommen.

Ricore: Ging dabei alles gut?

Schick: Leider nicht ganz. Ich habe mir während der Dreharbeiten das Bein gebrochen. Dies wurde allerdings erst später festgestellt. Ich kam damals in Frankreich ins Krankenhaus, und die Ärzte haben mich nicht geröntgt, sondern lediglich mit der Hand untersucht. Absurd - aber so war's. Sie meinten, dass ich eine Muskelverletzung hätte. Danach habe ich noch rund 20 Sprünge gemacht. Ein paar Wochen später, auf dem Filmfest in München, haben mich die Schmerzen dann so geplagt, dass ich erneut ins Krankenhaus gefahren bin und mein Bein röntgen ließ. Da wurde dann festgestellt, dass das Wadenbein gebrochen ist.

Ricore: Wie lange waren Sie außer Gefecht gesetzt?

Schick: So dramatisch war es nicht. Ich bin auch nicht so schmerzempfindlich. Die Ärzte meinten "Schonen Sie sich". Damit konnte ich nicht so viel anfangen. Ich musste deshalb auf jeden Fall kein Projekt absagen.

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