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Faszination für Grauzonen
Michael Fassbenders Begierden
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Eine dunkle Begierde
Ricore: In Ihren letzten Filmen haben Sie Charaktere gespielt, die besessen oder verstört sind. Wie kommt das?
Michael Fassbender: Ich weiß nicht. Als ich im Fernsehen anfing, bekam ich überwiegend Charakterrollen. Seitdem ich weiß, dass ich diesen Beruf ausüben will, haben mich Charaktere interessiert, die einen inneren Konflikt austragen müssen. Ich mag Charaktere, bei denen nicht ganz klar ist, ob es sich um den Guten oder Bösen handelt. Ich will lieber die Grauzonen ausloten, weil man so dem Leben und echten Menschen gerechter wird.
Ricore: Können Sie sich mehr mit den Ideen von Carl Jung oder Sigmund Freud identifizieren?
Fassbender: Ich denke, dass ich mehr mit Jung anfangen kann, da ich die mystischen und spirituellen Aspekte schätze. Doch es gibt bei beiden Männern Elemente in ihrem Werk, die ich nachvollziehen kann. Ich bin nicht ganz sicher, woran ich selbst glaube, doch ich schließe nichts wirklich aus. Ich denke, alles ist möglich.
Ricore: Wie schwer war es in schauspielerischer Hinsicht, einen Zugang zu Carl Jung zu finden?
Fassbender: Es war nicht allzu schwer, da es sehr viele Informationen über ihn gibt, um dem Charakter Leben einzuhauchen. Zudem hat
Christopher ein wundervolles und erhellendes Stück geschrieben.
Ricore: Haben Sie Jung auf Deutsch gelesen?
Fassbender: Ich würde es versuchen, doch es ist schon auf Englisch kompliziert genug. Zudem bin ich in den letzten Monaten von Film zu Film gegangen, so dass die Vorbereitungszeit ohnehin nicht immer ideal war. Daher habe ich es auf Englisch gelesen.