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Investigativ gegen das Verbrechen
Daniel Craig jagt Serienkiller
Als James-Bond-Darsteller kennt sich
Daniel Craig mit der Jagd auf Verbrecher aus. Dieses Mal greift er jedoch nicht zur Pistole, sondern zu Bleistift und Notizblock. Als investigativer Journalist spürt er in "
Verblendung" einem Serienmörder nach. Unter der Regie von
David Fincher spielt Craig an der Seite von
Rooney Mara in der Verfilmung von
Stieg Larssons Roman. Im Gespräch mit
Filmreporter.de spricht der Schauspieler darüber, welchen Wert kritischer Journalismus hat und warum es ihm leicht fiel, sich mit seiner Rolle zu identifizieren.
© Sony Pictures
Verblendung
Ricore: Sie kennen den Roman "Verblendung" ja schon länger. Dachten Sie bei der Lektüre bereits, dass der Stoff etwas für sie sein könnte?
Daniel Craig: Manchmal passiert das schon. Man denkt beim Lesen als Schauspieler: ja, das könnte funktionieren. Aber in diesem Fall ist mir der Gedanke nicht gekommen.
Ricore: Welche Gemeinsamkeiten sehen Sie mit ihrer Figur? Als sie die Rolle annahmen, hielten Sie viele für die perfekte Wahl.
Craig: Ich weiß nicht, ob das alle so sahen (lacht). Ich bin im richtigen Alter für die Rolle. Außerdem hat mir der Stoff sehr gefallen. Ich dachte schon beim Lesen, dass man daraus einen tollen Film machen könnte. Ich kann mich mit der Figur identifizieren. Mikael Blomkvist hat einen Sinn für Gerechtigkeit, den ich wirklich gut verstehe. Er ist eine komplizierte Figur. Einerseits ist er Journalist, andererseits wäre er gerne berühmt. Blomkvist ist voller Widersprüche. Dazu kann man gut einen menschlichen Bezug herstellen.
Ricore: Sind Sie auch in Stieg Larssons Welt eingetaucht?
Craig: Ein wenig. Es ist relativ schwer, dem Rummel auszuweichen. Seine Bücher wurden Bestseller, dann wurde seine Biografie bekannt. Um seine Person entwickelte sich eine Art Mythos. Wenn man seine Sachen liest, scheint ein angenehmer Mensch durch. Er hat sich gegen den Faschismus engagiert. Larsson hat einen regelrechten Kreuzzug geführt. Diese biografischen Informationen sind fast so interessant, wie die Romane.
Ricore: Ein Kreuzzug, mit dem Sie sich identifizieren können?
Craig: Ich glaube, mit einem gerechten Kreuzzug kann man sich immer identifizieren.