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Interview

Gary Oldman in "Dame, König, As, Spion"
"Früher wollte ich Fußballspieler werden"

Gary Oldman steht wieder im Licht

Zum Interview erscheint Gary Oldman in einem dunkelblauen Samtjacket und Hemd im sanften rosa. Er trägt keine Krawatte, sondern hat einen Seidenschal leger umgebunden. Insgesamt wirkt er sehr britisch, was sich auch in seiner Art zu sprechen ausdrückt. Es macht den Anschein, als hätte er den Charakter des George Smiley, den er in "Dame, König, As, Spion" spielt, noch nicht ganz abgeschüttelt. Aber vielleicht ist er auch einfach so. Dass der 53-Jährige schon Psychopathen wie Stansfield in "Léon - Der Profi" gespielt hat, ist kaum vorstellbar.


Dame, König, As, Spion

Dame, König, As, Spion

Ricore Text: Waren Sie schon einmal in Berlin?

Gary Oldman: Nein, es ist das erste Mal. Bislang habe ich noch nicht viel gesehen, nur das Brandenburger Tor. Doch ich hoffe, dass ich morgen noch ein bisschen Zeit habe, mir die Stadt anzusehen.

Ricore: Sie spielen einen Spion während des kalten Krieges. Wollten Sie Spion werden, als Sie jung waren?

Oldman: Nein. Ich bin zwar mit dem Bild von "James Bond" als Spion groß geworden. Aber ich wollte nie Spion sein. Früher wollte ich Fußballspieler werden. Ich war sogar ganz gut. Aber dann entdeckte ich Mädchen und mein Fokus lag plötzlich weniger auf Fußball.

Ricore: Für die Rolle des George Smiley sind sie in große Fußstapfen getreten.

Oldman: Ich sagte nicht sofort zu, als man mir die Rolle von Smiley anbot. Ich habe einen Monat überlegt, ob ich sie annehmen soll. Sir Alec Guinness, der die Rolle 1979 in einer Kurzserie spielte, ist einer der größten britischen Schauspieler. Wenn man zu jener Zeit jemanden auf der Straße gefragt hätte, der den Roman von John Le Carré kannte, wer Smiley ist, hätte er Alec Guinnes geantwortet. Er war das Gesicht von George Smiley.

Ricore: Wie sind Sie schließlich an die Figur herangegangen?

Oldman: Filmcharakter sind ein bisschen wie Mosaike, ein kleines Steinchen von hier, eins von da. Ich füge sie zusammen. Für Smileys Stimme habe ich mich beispielsweise an der von le Carré orientiert. Er hat eine sehr interessante Art zu sprechen. Er hat auch einen ähnlichen sozialen Hintergrund wie Smiley. [Regisseur] Tomas Alfredson schickte mir außerdem ein Foto von Graham Greene in einem Regenmantel. Ich finde, Smiley hat außerdem noch etwas von Michael Redgrave. Hinter seinen dicken Brillengläsern sieht Smiley aus wie eine Eule. Ich stelle ihn mir wie eine alte, sehr weise Eule vor. Er sieht und hört alles.


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