Interview

Peri Baumeister in "Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden"
Prosaische Vorlieben

Peri Baumeisters Tabu

In "Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden" führt Peri Baumeister ein äußerst schwieriges Verhältnis. So geht die Beziehung zwischen ihrer Figur Grete Trakl und deren Bruder Georg Trakl weit über geschwisterliche Zuneigung hinaus. Im Interview mit Filmreporter.de verrät sie, warum man mit dem Tabu Inzest vielschichtiger umgehen muss und wieso sie von der Prosa der Trakl-Geschwister schon zu Schulzeiten hingerissen war.
Von  Lena Pauli/Filmreporter.de,  1. Juni 2012

Peri Baumeister auf der Berlin-Premiere von "Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden"

Peri Baumeister auf der Berlin-Premiere von "Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden"

Ricore: Wissen Sie, was aus Grete Trakl geworden ist? Peri

Baumeister: Ja, Grete Trakl hat sich drei Jahre und 18 Tage nachdem sich schon ihr Bruder umgebracht hat, erschossen.

Ricore: Ist künstlerisch etwas von ihr geblieben?

Baumeister: Nein, ich glaube nicht.

Ricore: Hat sie nicht musikalisch etwas hinterlassen?

Baumeister: Also der Grund für Georg und Gretes Symbiose besteht auch in ihrer Genialität, in ihrem Künstler- und Andersartigsein. Grete war eine große Pianistin. Sie hat Unterricht in Berlin genommen, aber wie viel und was sie komponiert hat, weiß ich nicht. Ich glaube schon, dass sie dies - wie es auch der Film zeigt - leider nicht weitergeführt hat. Zumindest nicht in der Größe, wie sie es hätte tun können.

Ricore: Sind die Stücke, die vor dem Gremium gespielt werden, von ihr?

Baumeister: Nein. Die sind von Otto Lechner. Das ist der blinde Akkordeonist, den man mehrmals sieht. Er ist auch der Komponist, der die Stücke geschrieben hat.

Ricore: Könnte was Grete gemacht hat so klingen?

Baumeister: Ja, vielleicht.

Ricore: Haben Sie das selbst gespielt?

Baumeister: Ja. Als klar war. dass ich für die Rolle besetzt werde, habe ich morgens und abends Unterricht gehabt.

Ricore: Seit wie vielen Jahren sind sie bei dem Projekt dabei?

Baumeister: Gar nicht so lange. Vor einem Jahr haben wir fertig gedreht und drei Monate bevor wir angefangen haben hat mich der Regisseur Christoph Stark kontaktiert. Es war ja mein erstes Drehbuch, mein erstes Casting, mein erster Film. Dann rief mich Christoph an und fragte, ob ich mit ihm in einem Cafe Eis essen wolle. Ich war tierisch aufgeregt und habe nicht geglaubt, dass ich die Rolle bekommen werde. Und dann hat er zugesagt. Ich konnte es gar nicht glauben und hab beim Telefonat mit meiner Mutter nur noch gequietscht vor Freude.

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