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'Vatersein ist das schönste im Leben'
Ken Scott bleibt bodenständig
Ein liebenswerter Verlierertyp in mittleren Jahren wird mit der Tatsache konfrontiert, dass er biologische Vater von 533 Kindern ist. Man könnte die Geschichte von "
Starbuck" als irrwitzig bezeichnen, wäre sie nicht in der Realität verhaftet. Regisseur und Drehbuchautor
Ken Scott und Koautor
Martin Petit haben sich von wahren Fällen inspirieren lassen.
Filmreporter.de hat sich mit Scott über die Realität hinter der fiktiven Geschichte unterhalten und ihn dabei auch zu seiner Vaterschaft befragt.
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Starbuck
Ricore: "Starbuck" handelt von einem Mann in mittleren Jahren, der erfährt, dass er biologische Vater von 533 Kindern ist. Wie kommt man auf so eine verrückte Idee?
Ken Scott: Mein Koautor Martin Petit hatte die Idee mit der Samenspende. Wir fanden sie großartig, um das Thema Vaterschaft zu behandeln. Die Geschichte gab uns die Möglichkeit, eine Komödie zu machen, gleichzeitig aber auch dramatische Akzente zu setzen.
Ricore: Waren Sie nie skeptisch, dass die Idee zu weit hergeholt sein könnte?
Scott: Wir hatten uns für eine Komödie entschlossen und legten die Messlatte mit 150 Kindern deshalb absichtlich hoch. Als wir die Geschichte weiter schrieben, wurden wir aber dann doch skeptisch. Wir fragten uns, ob das vielleicht nicht zu viele Kinder sind und ob es die Leute davon abhält, sich mit der Geschichte zu identifizieren. Nachdem wir einige Wochen am Film arbeiteten, kam in den Nachrichten die Meldung über einen Samenspender, der 250 Kinder hat. Wir forschten nach und stießen tatsächlich auf Meldungen über Männer mit dutzenden bis hunderten Kindern. Vor allem stießen wir auf den Fall eines Mannes, der über 500 Kinder hatte. Wir sahen also, dass unsere Geschichte die Realität noch unterbietet und legten deshalb fest, dass es 533 werden sollten.
Ricore: Also ist es gar nicht so selten, wie man meinen mag?
Scott: Ich habe vor kurzem einen interessanten Artikel in der New York Times gelesen. In Nordamerika gibt es mehr Regeln und Gesetze für den Kauf eines Gebrauchtwagens als für Sperma. Das erklärt doch alles. Aus technischer Sicht sind wir dazu tatsächlich im Stande. Aber sollte es auch wirklich so sein? Denn auf der anderen Seite gibt es schließlich die Kinder. Sollten sie überhaupt wissen, wer ihr Vater ist? Für uns ist das ja ganz selbstverständlich. Jeder weiß doch, wer sein genetischer Vater ist. Warum sollten sie das nicht auch wissen? Aber ohne die Anonymität würde keiner mehr spenden und die Kinder würden gar nicht existieren. In der Geschichte gibt es also einen großen Konflikt. Wir haben zwar nicht die Lösung dafür, aber wir zeigen ihn immerhin auf.
Ricore: Wir schwierig ist es, eine Komödie mit einem ernsten Hintergrund zu machen?
Scott: Das ist ein Typ von Komödie, den ich persönlich sehr mag. Ich finde es schön, wenn man im Kino lacht und gleichzeitig etwas Emotionales hat, worüber man reden kann. Bei "Starbuck" diskutiert man über Vaterschaft, Samenspende oder darüber, was es bedeutet, Leben zu geben.
Ricore: Wie sind Sie auf den sehr einprägsamen Titel des Films gekommen?
Scott: Starbuck bezieht sich auf einen Zuchtbullen, der in den 1980er und 1990er Jahren 75 Prozent der Kühe in Nordamerika zeugte. Er hatte seine Karriere in der Nähe von Quebec, wo er ein Star ist. Der Film ist nach ihm benannt.