Interview

Teresa Weißbach auf der Pressekonferenz zu "Bamberger Reiter"
"Ich bin nicht nur Sonnenallee!"

Gewandelte Teresa Weißbach?

Teresa Weißbach ist die hübsche Blonde aus der "Sonnenallee". Dieses Image haftet der mittlerweile 31-jährigen Schauspielerin nun schon seit 14 Jahren an. Dass sie auch anders kann und mit dem Klischee der süßen DDR-Miriam längst aufgeräumt hat, beweist sie als überambitionierte Kommissarin in dem Heimatkrimi "Bamberger Reiter. Ein Frankenkrimi". Zu sehen gibt es den Film am 27. Oktober im BR. Warum es für Teresa Weißbach nie eine Alternative zur Schauspielerei gab und welche künstlerischen Qualitäten sie sonst noch hat, verrät sie im Interview mit Filmreporter.de.
Von  Julia Nothacker/Filmreporter.de, 27. Oktober 2012

Ricore: Sie spielen in "Bamberger Reiter. Ein Frankenkrimi" eine Kommissarin. Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Teresa Weißbach: Ich arbeite sehr gerne mit einem Coach aus Berlin. Wie gehen gemeinsam durch die Szenen und sehen uns die Beweggründe der Figur an. Ich versuche zu erfassen, was diese Figur vorantreibt, was ihre Sehnsüchte, Bedürfnisse und Hindernisse sind. So bekomme ich eine konkrete Vorstellung von ihr.

Ricore: Haben Sie sich speziell mit Kriminalität auseinandergesetzt?

Weißbach: Nein, fast gar nicht. Die Qualität von diesem Film liegt in der Menschlichkeit und den zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei rückt der polizeiliche Aspekt stark in den Hintergrund. Für genauere Fragen bin ich zu einem Polizeipräsidium in Bamberg gegangen, die mich sehr gut beraten haben. Mir ist schon wichtig, dass die Zuschauer vor dem Fernseher nicht denken, ich hätte keine Ahnung. Da bin ich sehr ehrgeizig.

Ricore: Ihr Charakter gilt als überambitioniert. Sind Sie das auch?

Weißbach: Ich glaube schon. Ich habe einen Hang zum Perfektionismus, lege den aber immer mehr ab und bin dabei, zu meinen Ecken, Kanten und Schwächen zu stehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir das gut tut und ich mich damit wohler fühle. In der Hinsicht sind meine Rolle und ich sehr unterschiedlich.

Ricore: Mussten Sie das Western-Reiten für den Film lernen? Oder reiten Sie auch privat?

Weißbach: Ich bin vorher schon geritten, aber eher klassisch und auch nicht besonders gut. Deswegen habe ich mich auf die Herausforderung besonders gefreut. Wenn ich weiter reite, werde ich mich fürs Western-Reiten entscheiden. Das macht mir unheimlich Spaß. Pferde sind ganz tolle Tiere und mir gefällt das ganze Milieu.

Ricore: Sie spielen neben Film und Fernsehen viel am Theater? Welche Arbeit sagt Ihnen mehr zu?

Weißbach: Ich habe es bisher zum Glück hinbekommen, dass ich immer beides machen kann. Zusätzlich habe ich noch ein Solo-Programm, mit dem ich auf Tour bin. Dabei kann ich auch noch meine gesangliche Lust und Leidenschaft ausleben. Ich bin einfach durch und durch Schauspielerin, und ob das nun auf der Bühne ist oder vor der Kamera, Hauptsache ich kann spielen. Ich bin immer mit Leib und Seele dabei.

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