© Arsenal Filmverleih
Corpus Christi ("Boze Cialo", 2019)

Corpus Christi

Sündiger. Prediger. Ein Geheimnis
Originaltitel
Boze Cialo
Genre
Drama
Land /Jahr
2019
 
116 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Blu-ray (Kauffassung)
Kaufstart
05.03.2021 ( Kino Deutschland | Kino Schweiz | Kino Österreich ) bei Arsenal
Regie
Jan Komasa
Darsteller
Bartosz Bielenia, Aleksandra Konieczna, Eliza Rycembel, Tomasz Zietek, Barbara Kurzaj, Leszek Lichota
Homepage
https://www.filmmovement.com/corpus-c...
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IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
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Making-of
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDsbewerten
Psychothriller in Tradition des polnischen Films
Die Atmosphäre ist rau unter den kahl geschorenen Häftlingen der Jugendstrafanstalt, in der Daniel (Bartosz Bielenia) seine Strafe verbüßt. Trost findet er bei Gefängnispriester Pater Tomasz (Lukasz Simlat), der ihn als Messdiener in den Dienst Gottes einweist. Obwohl Daniel sich berufen fühlt, Gott den Rest seines Lebens zu widmen, verhindern seine bisherigen Straftaten den von ihm gewünschten Eintritt in ein Priesterseminar.

Nach der Entlassung aus dem Knast soll er im Sägewerk einer kleinen Gemeinde einen neuen Anfang finden. Als er vom Teenager Marta (Eliza Rycembel) in der Kirche des Ortes angesprochen wird, gibt er sich jedoch als Pfarrer Tomasz aus. Auch den Pater der Gemeinde kann er für sich gewinnen. Er legt das Wohl seiner Schäfchen bald in die Hände des vermeintlichen Geistlichen.

Mit etwas Glück meistert Daniel die ersten Predigten vor der konservativen Gemeinde. Mit seinem unkonventionellen Stil und Auftreten im Alltag nimmt er vor allem die Herzen der jungen Kirchgänger für sich ein. Ihnen gefällt, dass er sich für die Aufklärung eines Unfalls im Sägewerk einsetzt, der schnell zu den Akten gelegt wurde. Der Besitzer des Werkes, seines Zeichens Bürgermeister des Städtchens, ist von den Fragen beunruhigt, die der Pater stellt. Und dann ist da noch ein ehemaliger Häftling und jetziger Mitarbeiter des Werkes (Tomasz Zietek), der Daniel erkennt und ihn erpresst.
Corpus Christi geht auf eine wahre Begebenheiten aus dem Jahre 2011 zurück. Der damals 19-Jahre Patryk Błędowski gibt sich als Priester aus und hält Messen in einer polnischen Landgemeinde. Nachdem er aufgeflogen ist, bombardieren die Gläubigen den Papst mit Bittbriefen für ihn. Das Oberhaupt der katholischen Kirche legitimiert schließlich die von dem falschen Geistlichen vorgenommenen Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen.

Für seinen dritten Spielfilm reichert Jan Komasa die simple Geschichte mit den Ereignissen rund um das Sägewerk zu einem Psychothriller an, in dem die Angst vor der Entdeckung der falschen Identität Daniels zur Triebfeder der Handlung wird. Andererseits will er seine Gemeinde nicht verlassen und den Menschen beistehen. Aus seinem Zwiespalt und dem Spiel mit seiner Identität macht Kosama einen Konflikt um die Rolle des Klerus in dem nach wie vor stark vom Katholizismus geprägten Land.

Stilistisch knüpft der Regisseur an die Klassiker des polnischen Films an Durch die Reduzierung auf minimalistische künstlerische Mittel gibt er dem Film ungeheure Wucht. Er vertraut seiner starken Geschichte um existenzielle Fragen von Macht, Moral und Vergebung. Und dem Ensemble um den großartigen Hauptdarsteller Bartosz Bielenia, dessen Körper von den seelischen Wunden der Vergangenheit gezeichnet ist. Unter dem Priestergewand lauert eine latente Aggression, die jederzeit zum Ausbruch kommen kann.

Nach der Premiere beim Filmfestival von Venedig räumt das Drama zahlreiche Preise ab und schaffte es auf die Shortlist bei der Oscar-Verleihung 2020.
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Videoclip:
Krimineller gibt sich als Pfarrer aus. 
Galerie:
Durch die Reduzierung auf minimalistische künstlerische Mittel gibt Jan Komasa dem Film ungeheure Wucht.
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2021