Neue Visionen Filmverleih
Die reichste Frau der Welt ("La femme la plus riche du monde", 2025)

Die reichste Frau der Welt

Originaltitel
La femme la plus riche du monde
Alternativ
The Richest Woman in the World (intern. Titel)
Regie
Thierry Klifa
Darsteller
Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Marina Foïs, Raphaël Personnaz, André Marcon, Mathieu Demy
Kinostart:
Deutschland, am 23.04.2026 bei Neue Visionen Filmverleih
Kinostart:
Österreich, am 08.05.2026 bei Filmladen
Kinostart:
Schweiz, am 19.03.2026 bei Frenetic Films
Kinostart Deutschland
Die reichste Frau der Welt
Genre
Satire
Land
Frankreich, Belgien
Jahr
2025
Länge
121 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brillant  10|
4,0 (Filmreporter)
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Extras: Sprachfassungen: OmU, DF
Biopic über die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt
Marianne Farrère (Isabelle Huppert) ist über 60 und Erbin eines großen französischen Kosmetikkonzerns, den sie mit eiserner Hand führt. Zudem ist sie die Patriarchin ihrer Familie. Bei einem Foto-Shooting verguckt sie sich in den nicht mal halb so alten Pierre-Alain Fantin (Laurent Lafitte), einem mittellosen Lebemann. Eine wilde Amour Fou beginnt, die für die Klatschpresse ein gefundenes Fressen wird.

Die Boulevard-Journalisten buddeln auch die verdrängten, dunklen Seiten in der Biografie von Mariannes Mann und die engen Verbindungen des Familienimperiums zur französischen Politik aus. Mariannes Tochter Frédérique Spielman (Marina Foïs) stört sich hingegen daran, dass Mutter Marianne Teile ihres Vermögens an Pierre überträgt.
Thierry Klifas Biopic "La femme la plus riche du monde" basiert lose auf den Fakten aus den letzten Lebensjahren der 2018 verstorbenen Liliane Bettencourt galt als Hauptanteilseignerin von L'Oréal als reichste Frau der Welt. Ihre Tochter versuchte, sie auf Grund der Affäre zu entmündigen. Der Streit beherrschte jahrelang Klatsch- und Wirtschaftsseiten.

Isabelle Huppert ist die perfekte Besetzung für Marianne, ihr nimmt der Zuschauer die snobistisch angehauchte, stets elegante Alleinherrscherin jederzeit ab. Wobei sie den Betrachter in ein Wechselbad der Gefühle stürzt, weil sie Empathie mit ihrer Zeichnung dieser eher unsympathischen Zeitgenossin weckt.

Marianne ist total 'old school', latent rassistisch. Halsstarrig und egozentrisch. Sie erniedrigt und demütigt Familie wie Angestellte. Zugleich hat sie Humor, der allerdings politisch wenig korrekt ist. Sie sehnt sich vor allem nach etwas Abenteuer und Abwechslung in ihrem Leben.

In der Beziehung meint sie dies zu finden und entfacht einen veritablen. Einer älteren Frau wird ein Seitensprung nicht verziehen, der bei einem Mann in Frankreich in der Regel gerade Mal ein müdes Lächeln verursachen würde. Die Beziehung steht im Zentrum des Films. Klifa macht allerdings den Fehler, die Tochter allzu einseitig als verbittertes Mauerblümchen zu zeichnen deren Farblosigkeit in einem Kosmetikimperium doch verwundert.

Die komplexe Mutter-Tochter-Beziehung schimmert nur manchmal durch. Völlig überfrachtet und ein wenig didaktisch wird der Film leider, wenn noch das Schicksal einer Angestelltenfamilie als Kontrast als weiterer Handlungsstrang integriert wird. Ein wenig mehr Vertrauen in die Fähigkeiten des Publikums, sich alleine aus dem gezeichneten Bild von Marianne ein eigenes Urteil zu bilden, hätte dem Film gut getan.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de
Neue Visionen Filmverleih
Isabelle Huppert & Marina Foïs in "Die reichste Frau der Welt" ("La femme la plus riche du monde", 2025)
2026