Mean Creek

Mean Creek

Originaltitel
Mean Creek
Regie
Jacob Aaron Estes
Darsteller
William Mapother, Brandon Williams, Hagai Shaham, Ryan Peterson, Heath Lourwood, Shelly Lipkin
Kinostart:
Deutschland, am 26.05.2005 bei TOBIS Film
Genre
Drama
Land
USA
Jahr
2004
FSK
ab 12 Jahren
Länge
89 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
8,5 (2 User)
Sam (Rory Culkin) hatte eigentlich nur einen neugierigen Blick auf die Videokamera werfen wollen, mit der sich sein Schulkamerad George (Josh Peck) selbst beim Basketballspielen filmt. Doch kaum nähert er sich der Kamera, stürzt sich der schwergewichtige George auf ihn und verpasst ihm ein blaues Auge. Sam ist nicht der einzige, der schon Prügel von George einstecken musste. Ständig drangsaliert und schikaniert dieser seine Mitschüler. Als Sam seinem Bruder Rocky (Trevor Morgan) davon erzählt, heckt sie gemeinsam mit dessen Freunde Marty (Scott Mechlowicz) und Clyde (Ryan Kelley) einen Racheplan aus. Bei einem Bootsausflug soll dem gemeinen Raufbold endlich das heimgezahlt werden, was er sonst immer den anderen antut. Auf dem Fluss erweist sich George jedoch als bemitleidenswerter Außenseiter. Sam bittet seinen Bruder den Plan abzublasen. Alle sind dafür, bis auf Marty. In dem rebellischen Teenager hat sich bereits so viel Wut gegenüber George und den Rest der Welt angestaut, dass sein Vorhaben nicht mehr zu stoppen ist. Zwischen ihm und George kommt es zu einer gefährlichen Auseinandersetzung mit folgenschweren Konsequenzen, welche das Leben der Kids für immer verändern wird.
Wie geht ein Jugendlicher mit Schuld um? Wie viel Verantwortung muss ein Teenager für sein Handeln übernehmen? Fragen, mit denen sich Independent-Regisseur Jacob Aaron Estes in seinem Spielfilmdebüt eingehend auseinandersetzt. Die Geschichte ist an sich vorhersehbar. Die brillante Darstellung des jungen Ensembles und die ergreifende Ernsthaftigkeit in Estes Bildern machen das Drama zu einer Perle für Cineasten. In wunderbar ruhig dahin fließenden Bildern wird uns die Gefühlswelt der Teenager demonstriert. Estes dreht ausschließlich mit natürlichem Licht und mit der Handkamera, was dem Film eine Authentizität verleiht, die wir bei so manchen sozialkritischen Filmen vermissen. "Mean Creek" gewährt einen sensiblen Blick in die innere Welt eines Teenagers - man spürt die Wut, den Zweifel und die Orientierungslosigkeit bei jedem einzelnen der Darsteller. Die Dialoge sind sorgfältig überdacht, kein Wort erscheint übertrieben oder künstlich. Estes komplexes Erstlingswerk kann sich in jeder Hinsicht mit Filmen wie Francis Ford Coppolas "The Outsiders" oder Rob Reiners Stephen King Verfilmung "Stand by Me - Das Geheimnis eines Sommers" messen.
Birgit Deiterding/Filmreporter.de
2022