Rückkehr in die Normandie
Ventura Film
Rückkehr in die Normandie

Rückkehr in die Normandie

Originaltitel
Retour en Normandie
Genre
Dokumentarfilm
Land /Jahr
Frankreich 2006
 
113 min
Medium
Kinofilm
Kinostart
26.06.2008 ( Kino Deutschland | Kino Schweiz ) bei Ventura Film
Regie
Nicolas Philibert
Darsteller
Anne Borel, Claude Hébert, Nicole Picard
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenGalerieDVDs
Rückkehr an den Ort des grausamen Verbrechens
In den Jahren 1975 und 1975 arbeitete Nicolas Philibert als Regieassistent bei René Allio. Der drehte damals einen Film in der Normandie, basierend auf einem brutalen Mordfall, der sich rund 140 Jahre zuvor ereignet hatte. Der Film trug den Titel "Ich, Pierre Riviere, der ich meine Mutter, meine Schwester und meinen Bruder getötet habe". Das Besondere war, dass Allio ausschließlich vor Ort ansässige Bauern und Laiendarsteller engagierte. Im Jahr 2006 kehrt Philibert an den Set von damals zurück. Er besucht die damaligen Schauspieler und will wissen, was aus ihnen wurde. Die meisten blieben in den Dörfern und setzten ihre Arbeit als Bauern fort. Einige gingen fort, um ihr Glück zu finden. So auch Claude Hébert. Der nicht mehr ganz so junge Mann ist heute Missionar in Haiti und wurde von Philibert erst kurz vor Drehschluss gefunden.
René Allios Drama "Ich, Pierre Rivière, der ich meine Mutter, meine Schwester und meinen Bruder getötet habe" basiert auf einem Geschwister- und Elternmordes im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Der Bauernjunge Pierre Rivière (Claude Hébert) erschlug eines Nachts mit der Spitzhacke ohne ersichtliches Motiv Eltern, Schwester und Bruder. Er floh in den Wald und lebte dort einige Zeit, bis er festgenommen und verurteilt wurde. 140 Jahre später analysierte und recherchierte Michel Foucault den Fall und veröffentlichte 1975 die Dokumente einschließlich der Anmerkungen seiner Seminarteilnehmer. Allio basiert seinen in Schwarzweiß gedrehten Film auf den Recherchen Foucaults. Da Nicolas Philiberts Dokumentation Allios Werk thematisiert, wäre es für das bessere Verständnis bei "Retour en Normandie" hilfreich, "Ich, Pierre Rivière, der ich meine Mutter, meine Schwester und meinen Bruder getötet habe" gesehen zu haben. Philibert lässt in seine Dokumentation zahlreiche Szenen aus dem Film einfließen, dazwischen sprechen die Darsteller über ihre Erfahrungen bei den Dreharbeiten. Eine Schauspielkarriere hat keiner von ihnen eingeschlagen. Die damaligen Erfahrungen dienten ihnen eher dazu, sich selbst mit den schrecklichen Ereignissen zu beschäftigen, auf denen das Drama fußte. Leider versäumt es Philibert, das unwissende Publikum genügend in die Materie einzuführen, so dass "Retour en Normandie" für viele Zuschauer ein unbefriedigendes Filmerlebnis bleibt. Kennt man den "Ich, Pierre Riviere, der ich meine Mutter, meine Schwester und meinen Bruder getötet habe" jedoch, so bietet Philiberts Produktion ein spannendes Revival mit den damaligen Amateurdarstellern. Das Konzept seiner Dokumentation, die ehemaligen Laiendarsteller einzubinden, ist richtig. Positiv hervorzuheben ist auch der geschickte Wechsel zwischen den Schwarzweiß-Filmszenen mit den Bildern des kargen Landleben der damaligen Laiendarsteller.
Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de
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2021