Crocodile

Originaltitel
Ag-o
Genre
Drama
 
Südkorea 1996
 
102 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Regie
Kim Ki-duk
Darsteller
Jo Jae-hyeon, Ahn Jae-hong
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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CrocodileAlive
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Kim Ki-duks Regiedebüt ist ein urbaner Alptraum

Crocodile (Jo Jae-hyeon) lebt als Bettler am Flussufer. Unter der Brücke hat sich eine Zweckgemeinschaft gebildet. Die vier Obdachlosen meistern ihren schwierigen Alltag zusammen. Doch sie sind dennoch keine Familie. Einzelgänger, asoziale Elemente und verarmte Nostalgiker: als hätte das Wasser den Abschaum der Stadt ans Ufer gespült. Der junge Crocodile prügelt sich durchs Leben, mit bestialischer Energie schmeißt er sich an jeder Frau. Als er ein Mädchen, das Selbstmord begehen will, aus dem Wasser rettet, hofft man auf einen noblen Impuls. Doch kurz darauf kehrt die Dunkelheit zurück: er vergewaltigt die wehrlose Frau statt ihr zu helfen. Crocodile wird aber auch selbst zum Ofer. Er wird verprügelt und von Angreifern gedemütigt. Ein anderes Mal verliert er fast seinen Penis bei einem Messerangriff. Im ständigen Kampf gehen die Tage scheinbar spurlos vorbei.


Schon mit seinem Regiedebüt zeigt der Koreaner Kim Ki-Duk seine Affinität für offen sexuelle und gewaltige Szenen. Mit unverwüstlicher Energie prügelt sich die Hauptfigur durchs Leben. Schlägereien werden von Vergewaltigungen abgelöst. Die trostlose Gegend erinnert an ein Ghetto. Es ist das düstere Szenario einer modernen Großstadt. Wasser bekommt wie in seinen späteren Filmen eine Symbolbeladene Rolle. Meditativ und nachdenklich wirken diese Szenen und wechseln mit Impressionen des urbanen Alptraums. Ohne klaren Handlungsstrang wirken die Geschehnisse unverständlich, nur der inneren Logik von Crocodiles Gewalt untergeordnet. Kleine alltägliche Gegenstände sind wie später in "Birdcage Inn" grell eingefärbt und wirken poetisch und abstrakt. Kunst wird als Flucht aus der tristen Realität gesehen. Der Zeichenblock mit einer Bleistiftzeichnung wird sich auch später im Schaffen des Koreaners wiederfinden. Die ungewöhnliche Beleuchtung und die experimentierfreudige Kameraführung machen Kim Ki-duks Erstlingsfilm sehenswert, wenn auch wegen der exzessiven Gewalt schwer verdaulich. Gewagtes und provokantes Regiedebüt, das mit Gegensätzen spielt.
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