Universal Pictures Germany (UPI)
Rock Hudson in "Der Engel mit den blutigen Flügeln" ("Battle Hymn", 1957)

Der Engel mit den blutigen Flügeln

Originaltitel
Battle Hymn
Alternativ
Schlachtgeschwader 2 einsatzbereit (österreichischer Titel)
Genre
Biographie
Land /Jahr
USA 1957
 
108 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
- ( Kino Deutschland ) bei Universal Pictures International (UPI)
Regie
Douglas Sirk
Darsteller
Rock Hudson, Martha Hyer, Dan Duryea, Don DeFore, Anna Kashfi, Jock Mahoney
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IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Douglas Sirk zeigt sich ungewohnt politisch
Schuld ist der ständige Begleiter des jungen Priesters Dean Hess (Rock Hudson). Als Pilot im Zweiten Weltkrieg hat er versehentlich ein Waisenhaus in Deutschland bombardiert und dabei 37 unschuldige Waisenkinder getötet. Sein Gewissen lässt ihm bereits seit zwei Jahren keine Ruhe mehr. Die täglichen Predigten lindern seine seelischen Qualen auch nicht, denn sie scheinen ihm wie Worte ohne Inhalt und Geist. Der Weg zur Erlösung durch Gott ist nicht für ihn gemacht, und so meldet sich Dean zu der Luftwaffe im Koreakrieg. Seine Aufgabe ist es, koreanische Piloten auszubilden.

Doch Kapitän Hess hält sich nicht an die Vorschriften. Auf eigener Verantwortung gewährt er einer Gruppe koreanischer Waisenkinder Unterkunft und Schutz. Sie haben sich auf dem Trainingscamp versteckt. Zusammen mit der jungen Lehrerin En Soon Yang (Anna Kashfi) und 100 elternlosen Kindern begibt er sich auf eine lebensgefährliche Reise zu Fuß durch das Kriegsgebiet. Die gefährliche Aktion scheint ihm die einzige und letzte Hoffnung auf Rettung - und Erlösung.
Die Autobiografie des amerikanischen Piloten Dean Hess liefert die Idee für das 1957 entstandene Kriegsdrama "Battle Hymn". In der Eröffnungsszene führt ein Kamerad des Piloten in den Film ein. Douglas Sirk führt einen Dialog mit dem Zuschauer und bricht in Brechtscher Manier die Illusion der filmischen Totalität. Als würde der Filmemacher betonen wollen, dass die Erzählung wirklich und realistisch sei. Das Kriegsdrama hat deutliche Zeichen einer Studio-Produktion: es fehlt an gewagten Kameraperspektiven, die vorteilhafte Belichtung ist ein weiteres Beispiel für den optischen Stil des Dramas.

Viele zeitgenössische Kritiker beklagten Rock Hudsons Fehlbesetzung. Dabe schafft es der Hollywood-Star doch, seiner Figur Leben einzuhauchen. Da es unmöglich war, in Korea zu drehen, verlegte man die Kulissen nach Nogales, Arizona. Die reale Lehrerin On Soon Whang reiste mit 25 koreanischen Waisenkindern an den Set, um das eigene Leben auf der Leinwand nachzuerzählen. Trotz einiger melodramatischer Übertreibungen zeigt sich Douglas Sirk ungewohnt politisch. Auch wegen der Friedensbotschaft erhielt das Melodram den Golden Globe als "Best Film Promoting International Understanding".
Universal Pictures Germany (UPI)
Galerie:
Douglas Sirk über Reue und Selbstvergebung.
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2021