Concorde Filmverleih
Mr. Nobody

Mr. Nobody

Originaltitel
Mr. Nobody
Regie
Jaco van Dormael
Darsteller
Diane Kruger, Sarah Polley, Linh Dan Pham, Rhys Ifans, Juno Temple, Clare Stone
Kinostart:
Deutschland, am 08.07.2010 bei Concorde Filmverleih
Kinostart:
Schweiz, bei Pathé Films
Kinostart Deutschland
Mr. Nobody
Genre
Fantasy
Land
Kanada, Belgien, Frankreich
Jahr
2009
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
6,3 (3 User)
Jared Leto blickt aus dem Jahr 2092 auf sein Leben
Wir schreiben das Jahr 2092. Der letzte Sterbliche Nemo Nobody (Jared Leto) ist der Mittelpunkt der Medienberichterstattung. Alle anderen Erdenbewohner sind mittlerweile im Stadium der Unsterblichkeit angelangt. Nemo hätte viel zu erzählen, kann sich aber kaum noch an sein Leben erinnern.

Seine Beziehung mit Anna (Diane Kruger) ist tief und innig. Immer wieder wird das Paar getrennt, gibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen jedoch nicht auf. Sein ganzes Leben wird von der Suche nach ihr bestimmt. Das Leben an der Seite von Elise (Sarah Polley) ist hingegen gekennzeichnet von deren Depressionen. Mit ihr hat Nemo drei Kinder, die er ebenso innig liebt, wie seine Frau. Sie nimmt ihm das Versprechen ab, ihre Asche auf dem Mars zu verstreuen, sollte sie eines Tages vor ihm sterben. Im Gefrierschlaf macht er sich auf die lange Reise zum Mars, die Urne mit Elise im Gepäck. Am wenigsten Emotion entwickelt sich in seiner Ehe mit Jeanne (Linh Dan Pham). Die Perfektion steht hier im Vordergrund. Die beiden haben drei Kinder, viel Geld und einen großen Pool, aber es fehlt an Herzlichkeit.

Das Leben von Nemo soll von drei Liebesvarianten bestimmt werden. Als 118-jähriger Greis versucht er, zurückzublicken. Zeit seines Lebens hatte er stets die Schwierigkeit, Entscheidungen zu treffen. Der Startschuss für eine Reise in Nemos Erinnerungen gelingt erst mit Hilfe einer Hypnose.
Alles hängt von Entscheidungen ab, nichts vom Zufall. So zumindest lautet die Arbeitsthese des Protagonisten in "Mr. Nobody". Nur was sind die richtigen Entscheidungen? Wohin führen sie uns? Jaco van Dormaels tragikomisches Phantasie-Liebesdrama nimmt den Zuschauer auf eine Reise voller Möglichkeiten, voller verschiedener Lebensentwürfe mit. Die Idee des belgischen Regisseurs überzeugt. Passend zur wachsenden Komplexität der Entscheidungen und Vorgänge in unserer gesellschaftlichen Gegenwart portraitiert van Dormael mehrere mögliche Biografien einer Person. Glaubhaft übermittelt er den Spagat zwischen der Entscheidungsfreiheit einerseits und dem Zwang Entscheidungen treffen zu müssen andererseits. Je mehr Möglichkeiten sich einem bieten, desto schwieriger fällt oft die Auswahl. Am liebsten will man immer alles haben, ist unfähig mit einer Entweder-Oder Situation klarzukommen. Jemand mit diesem Problem hat ein kompliziertes Leben. Der Regisseur führt uns ein solches vor Augen. Liebevoll widmet er sich den unterschiedlichen Abläufen einer Biografie. Durch die blitzartigen Szenenwechsel gerät der Zuschauer in den Sog von Nemos Lebensverlauf, fortwährend danach suchend, welche Entscheidungen richtig oder falsch, welche überhaupt real gefällt wurden. Ein durchweg überzeugender, weil wandlungsfähiger Jared Leto unterstreicht diese Intensität. Bis zum Schluss erhält van Dormael die Spannung aufrecht. Die Aufklärung ist schlüssig, das Kinoerlebnis gelungen. "Mr. Nobody" ist absolut empfehlenswert, vor allem dann, wenn man sich oft von möglichen Alternativen überfordert fühlt. Bohrt nicht in jedem von uns die Angst, nicht genügend gelebt zu haben?
Nina Klofac/Filmreporter.de
Videoclip: Mr. Nobody
Nemo (Jared Leto) hat drei Leben, in deren Mittelpunkt seine jeweiligen Ehen stehen. Im Alter von 118 Jahren blickt er zurück und stellt fest, dass...
 
Galerie: Mr. Nobody
Mit "Mr. Nobody" gelingt Jaco van Dormael eine ebenso emotionale wie radikale Analyse einer menschlichen Grundfrage. Was ist richtig, was ist falsch?
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Mr. Nobody
2022