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Lachsfischen im Jemen

Originaltitel
Salmon Fishing in the Yemen
Genre
Drama
 
Großbritannien 2011
 
112 min, ab 6 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
17.05.2012 ( D | CH | A ) bei Concorde Filmverleih
 
 
Regie
Lasse Hallström
Darsteller
Emily Blunt, Chris Wilson, Abdul Alhumikani, Ala Nagi, Wadah Almaqtari, Sami Karim
Homepage
http://www.lachsfischen-im-jemen.de
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (1 User)
7,0 (Filmreporter)
Lachsfischen im JemenConcorde
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsMeinungenNewsTrailerGalerieFeatureDVDsbewerten

Charmante Komödie ohne satirischen Biss des Romans

Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor) bekommt einen Auftrag, der dem Fischereiexperten höchst suspekt ist. Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt) tritt mit der Bitte eines jemenitischen Scheichs (Amr Waked) an ihn heran. Der reiche Stammesfürst möchte Lachse im Jemen ansiedeln. Dr. Jones hält den Vorschlag für absurd. Doch die britische Regierung braucht dringend einen PR-Erfolg im Nahen Osten.

Die Kommunikationschefin des Premierministers, Bridget Maxwell (Kristin Scott Thomas), wird auf die Pläne des reichen Arabers aufmerksam. So wird Jones als Angestellter der Fischereibehörde unverzüglich zu dem Projekt abkommandiert. Widerwillig lässt er sich auf ein Treffen mit dem Scheich ein, um einer Entlassung zu entgehen. Über die Begeisterung fürs Angeln freunden sich die beiden Männer schnell an und Jones' Bedenken weichen einem wachsenden Interesse an dem ehrgeizigen Projekt. Gemeinsam mit Chetwode-Talbot macht er sich an die Realisierung. Dabei offenbart sich, dass es auch für ihn Träume jenseits seines spießbürgerlichen Lebens gibt.


Es ist kein Zufall, dass "Lachsfischen im Jemen" mit dem Hinweis auf Lasse Hallströms anderthalb Jahrzehnte alte Filme "Chocolat" und "Gottes Werk und Teufels Beitrag" beworben wird. Nach diesen Erfolgen floppten Hallströms Filme entweder an der Kinokasse oder bei den Kritikern. Böse Zungen unterstellen dem Schweden eine zu starke Hinwendung zum Massengeschmack.

Einige Grundzutaten hat "Lachsfischen im Jemen" mit der kitschigen Nicholas Sparks-Verfilmung "Das Leuchten der Stille" gemeinsam. Man nehme eine erfolgreiche Buchvorlage, einen harmlosen Plot und zwei junge, bekannte und attraktive Hauptdarsteller. Hier enden die Gemeinsamkeiten jedoch. "Lachsfischen" ist eine romantische Komödie, kein Drama. Zwar kommt der Film nicht ohne Klischees aus, auf die Tränendrüsen drückt er jedoch nicht.

Hallström kann dankbar dafür sein, dass seine Hauptdarsteller so gut miteinander harmonieren. Die Chemie zwischen Ewan McGregor und Emily Blunt ist genauso wundervoll, wie die Figuren, die sie spielen. Der verstockte Wissenschaftler und die heitere Finanzdienstleisterin liefern sich unterhaltsame Wortgefechte. In der ersten halben Stunde sind die Dialoge so frisch und lebendig wie die Fische, um die es geht.

Die weniger harmlosen Plot-Elemente funktionieren leider nicht ganz so gut. Während die Romanvorlage als beißende Satire gelobt wurde, schwächelt die Filmadaption hier. Die politische Situation im Jemen wird ebenso stiefmütterlich behandelt wie die Wahlkampfmethoden von Bridget Maxwell. Zwar ist auch Kristin Scott Thomas' Figur unterhaltsam und gut gespielt, doch die moralischen Implikationen ihres Handelns werden nicht weiter thematisiert. So bleibt das Fazit: "Lachsfischen im Jemen" ist eine unterhaltsame Komödie mit zurückhaltenden romantischen Elementen. Der Film und vor allem das Ende sind jedoch viel zu harmlos um mehr als eine angenehme kleine Ablenkung zu sein. Bleibt zu hoffen, dass das wundervolle Leinwandpaar McGregor und Blunt in Zukunft weitere Filme zusammen dreht.
Lachsfischen im JemenConcorde
Lachsfischen im Jemen
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