Salzgeber & Co. Medien
Unter Männern - Schwul in der DDR

Unter Männern - Schwul in der DDR

Originaltitel
Unter Männern - Schwul in der DDR
Genre
Dokumentarfilm
Land /Jahr
Deutschland 2012
 
91 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
26.04.2012 ( Kino Deutschland ) bei Salzgeber & Co. Medien
Regie
Markus Stein, Ringo Rösener
Darsteller
Sigurd Rachman, Rainer Strecker, Dirk Kummer, Matthias Freihof, John Zinner, Jürgen Wittdorf
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsMeinungGalerieDVDs
Wie lebten Schwule im DDR-Sozialismus?
Homosexualität galt im real existierenden Sozialismus als Überbleibsel der dekadenten bürgerlichen Moral, das sich von ganz alleine erledigen würde. Während man in der BRD zunächst an der verschärften Version des Paragraf175 StGB aus der Zeit des Nationalsozialismus festhielt, kehrte man in DDR zum alten Vornazi-Recht zurück.

Zwar war damit Homosexualität unter Männern weiterhin unter Strafe gestellt, dennoch konnte seine Sexualität als Schwuler zunächst freier leben als in der BRD. Sechs homosexuelle DDR-Bürger berichten in "Unter Männern - Schwul in der DDR" von ihrem Leben im sozialistischen Einheitsstaat. Nicht nur die Altersunterschiede der Befragten sind groß. Auch die Erfahrungen, die die Interviewten mit dem DDR-System gemacht haben unterscheiden sich erheblich.
Der 1983 geborene Ringo Rösener geht mit Regiekollege Markus Stein der Frage nach, wie er als erwachsener Schwuler in der DDR hätte leben können. Die Dokumentarfilmer haben die DDR nur noch am Rande mitbekommen und setzen daher auf Interviews mit Menschen, die es wissen müssen. Zu den Porträtierten gehört auch Künstler Jürgen Wittdorf. 1932 geboren, widmet er sich in den 1950er Jahren dem Zeichnen von Männerakten. Dabei entdeckt er seine Sexualität, die er im nächtlichen Leipzig auszuleben beginnt.

Eduard Stapel zieht das Private ins Politische und engagiert sich offen für die Belange der Homosexuellen in der DDR. Der Aktivist nutzt den Schutz der evangelischen Kirche, um für Schwulenrechte einzutreten. Dabei gerät er immer wieder in Konflikt mit dem Staat. Frank Schäfer wiederum wählt den Weg der kulturellen Rebellion. In seiner Lebensart lässt sich der Friseur nicht beirren. Stattdessen unterminiert er das System mit dem Schneiden und Färben von Punkfrisuren. Die wiederholten Verhaftungen und Platzverbote etwa auf dem Alexanderplatz gehören für ihn zum Coolsein dazu.
BR>Die Dokumentation hat seine Protagonisten sehr gut gewählt, sie zeigen die Vielfältigkeit des schwulen Lebens in der DDR. So ist erstaunlich, welche Nischen die DDR ihren homosexuellen Bürgern ermöglichte und wo sie die Grenzen ihrer Toleranz setzte.
Michael Domke, Filmreporter.de
Ringo Rösener porträtiert in Interviews sechs Männer, die ihre Homosexualität in der DDR mehr oder minder offen auslebten. In den ersten...
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Unter Männern - Schwul in der DDR
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2021