Hannas Reise
Zorro Film
Hannas Reise

Hannas Reise

Originaltitel
Hannas Reise
Genre
Komödie, Romanze
Land /Jahr
Deutschland, Israel 2013
 
99 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
23.01.2014 ( Kino Deutschland | Kino Österreich ) bei Zorro Film
Regie
Julia von Heinz
Darsteller
Karoline Schuch, Doron Amit, Max Mauff, Lore Richter, Trystan Wyn Puetter, Leah Koenig
Homepage
http://www.hannasreise.de
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsGalerieDVDs
Schwierige Reise in die eigene Vergangenheit
Kurz vor dem Vorstellungsgespräch im Assessmentcenter erfährt die ehrgeizige BWL-Studentin Hanna (Karoline Schuch), dass nicht nur gute Noten, sondern auch soziales Engagement zählen. Auf der Toilette wischt sie sich schnell den Lippenstift ab, nimmt die Perlenohrringe raus und trägt ihre langen Haare offen statt im strengen Zopf. Als sie dann im Gespräch lässig erwähnt, dass sie in den nächsten Wochen noch ein freiwilliges Praktikum in Tel Aviv machen wird, zeigen die Personaler großes Interesse.

Selbstverständlich hat Hanna nicht vor, ihre wertvolle Zeit mit ehrenamtlicher Arbeit zu verplempern. Stattdessen fordert sie von ihrer Mutter (Suzanne von Borsody), welche die "Aktion Friendesdienste" in Israel leitet, dass sie ihr die Bescheinigung pro forma ausstellt. Doch die besteht darauf, dass Hanna tatsächlich ein Freiwilligenpraktikum in einem Behindertendorf in Tel Aviv macht. Und so begibt sich Hanna in das ihr fremde, vom Krieg geprägte Land, das sie keineswegs mit offenen Armen empfängt. Ihre Mitbewohner in der Freiwilligen-WG liegen im Dauerstreit. Itay (Doron Amit), mit dem sie zusammen die Behinderten betreut, schockt sie mit Holocaustwitzen. Und Gertraud (Leah Koenig) ist eine Holocaustüberlebende, der Hanna zugeteilt wird. Sie scheint mehr über Hanna und deren Herkunft zu wissen, als Hanna selbst...
Die Stärke von "Hannas Reise" liegt darin, dass Regisseurin Julia von Heinz ihre Geschichte ohne erhobenen Zeigefinger erzählt. Authentische Charaktere treffen aufeinander und verhalten sich so, wie sich echte Menschen verhalten würden. Zwar ist das Ganze einigermaßen vorhersehbar, etwa wenn eine ehrgeizige BWL-Studentin nach Israel geschickt wird und am Ende als geläutertes Individuum zurückkehrt. Doch die Figur Hannas steht auch exemplarisch für ihre Generation. Die meisten Endzwanziger sind der Meinung, dass die deutsche Geschichte mittlerweile genug aufgearbeitet wurde und dass sie mit den Taten ihrer Großeltern während des II. Weltkrieges nichts zu tun haben.

Was Hanna und auch dem Zuschauer während des Films dämmert: Schon bald wird es keine Überlebenden dieses Krieges mehr geben und man muss Fragen stellen - solange noch Zeit dafür ist. Mit Karoline Schuch und Doron Amit hat Julia von Heinz zwei hervorragende Darsteller gefunden, die es vermögen, ihre Figuren überzeugend zu spielen. Auch der ein oder andere Zuschauer wird sich nach dem Film vermutlich fragen, ob er einen Blick in die eigene Familiengeschichte wagen sollte.
Tatjana Niezel, Filmreporter.de
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2021