Heimliche Spiele

Heimliche Spiele

Originaltitel
Choses secrètes
Regie
Jean-Claude Brisseau
Darsteller
Coralie Revel, Lisa Hérédia, Pierre Gabaston, Dorothée Picard, Viviane Theophilides, Oliver Soler
Kinostart:
Deutschland, am 04.12.2003 bei Alamode Filmdistribution
Genre
Drama
Land
Frankreich
Jahr
2002
FSK
ab 16 Jahren
Länge
105 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
8,5 (2 User)
Sandrine (Sabrina Seyvecou) und Nathalie (Coralie Revel), zwei junge Frauen, die sich lange genug ausgenutzt vorkommen, gehen in die Offensive. Sie setzen ihren Körper ein, um sich im harten Konkurrenzkampf einer mitleidlosen Gesellschaft den entscheidenden Vorteil zu verschaffen. Kurzum: sie schlafen sich nach oben. Der Fetisch des Kapitalismus - der inszenierte Sex - ist ihr Instrument, um das System mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Erst in Christophe ("ich bin böser als Gott") scheinen die Damen ihren Meister zu finden.
Der französische Regisseur Jean-Claude Brisseau hat keine unmoralische Komödie, sondern ein seinen Freizügigkeiten zum Trotz hochmoralisches Drama gemacht. Das Überschreiten der gesellschaftlichen Grenzen vollzieht sich streckenweise als feministischer Gegenpart zu "In the Company of Men", in dem Männer das Frauenverführen und Verlassen als Wettsport betrieben. Was zunächst als Emanzipation erlebt wird, bekommt bald einen moralischen Drall, der auf ein läuterndes Ende hinstrebt. Er ringt dem Sujet letztlich keine neuartigen Ansichten ab, was hinsichtlich des vielversprechenden Anfangs um so bedauerlicher ist. Trotzdem: Brisseau zeigt den weiblichen Orgasmus als mystische Offenbarung, als reines, sinnliches, um die Perspektive des (männlichen) Voyeurismus erweitertes Erlebnis. Ein cineastisches Glücksmoment, das nur von dem etwas überladenen Drehbuch relativiert wird.
Thorsten Krüger/Komm & Sieh
2022