farbfilm Verleih, Ricardo Vaz Palma, In Good Company
Ewa Makomaska & Romy Lou Janinhoff in "Mission Ulja Funk" (2020)

Mission Ulja Funk

Originaltitel
Mission Ulja Funk
Genre
Kinderfilm, Abenteuer
Land /Jahr
Deutschland, Luxemburg, Polen 2021
 
93 min
Medium
Kinofilm
Kinostart
- ( Kino Deutschland ) bei farbfilm verleih
Regie
Barbara Kronenberg
Darsteller
Romy Lou Janinhoff, Hildegard Schroedter, Jonas Oeßel, Luc Feit, Anja Schneider, Ivan Shvedoff
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
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Missratener Kinderfilm von Barbara Kronenberg
Es ist wie immer, wenn Kinder vor einer Katastrophe warnen oder besondere Ereignisse ankündigen. Die Erwachsenen nehmen sie nicht ernst. So ergeht es auch Ulja (Romy Lou Janinhoff), die eigentlich Uljana heißt, im Kindergottesdienst der freikirchlichen Gemeinde irgendwo in einer Kleinstadt im Ruhrpott. Ihre Familie ist vor nicht allzu langer Zeit aus der Sowjetunion eingewandert. Oma Olga (Hildegard Schroedter) hat ihre Ängste und Vorstellungen niemals ablegen können. Gemeinsam mit dem Pfarrer (Luc Feit), der seine eigene Autorität als Deuter der Weltenordnung durch Uljas Prophezeiungen gefährdet sieht, entfernt sie alle Bücher, wissenschaftlichen Geräte und den Computer aus Uljas Zimmer.

Die 12-jährige hat indes ein anderes Ziel. Der von ihr entdeckte und angekündigte Meteorit wird in wenigen Tagen in Belarus in die Erde krachen. Ulja will unbedingt Zeugin werden. Kurzentschlossen überredet sie den nur ein Jahr älteren Henk (Jonas Oeßel), den zweiten Außenseiter unter den Jugendlichen, zu einer Spritztour durch Deutschland und Polen. Sie ahnen nicht, dass sich in dem geklauten Auto von Uljas Mutter (Anja Schneider) die Großmutter und ein vermisstes Huhn als blinde Passagiere eingenistet haben. Ihnen folgt die gesamte Kirchengemeinde in dem Glauben, zu einem Chortreffen zu fahren.

Regelmäßig geht ein Mitglied der Sangesfreunde verloren und hat sein persönliches Erweckungserlebnis. Auch das Huhn und die beiden experimentierfreudigen Zwillingsbrüder von Ulja sorgen wiederholt für Aufregung.
Die Running Gags enden im Klamauk und bedienen übelste Klischees. Sie können die krude Mischung aus Road- und Buddymovie, in dem aus der Zweckgemeinschaft von Ulja und Henk sich zu einer wahren Freundschaft entwickelt, nicht retten. Das tut weh, weil so ein weiterer Film aus der 'Initiative der besondere Kinderfilm' grandios an den Baum gefahren wurde und viele Mitwirkende sich zuvor durchaus einen geschätzten Namen in der Filmgemeinde erarbeitet haben.

Insgesamt wirkt die Konzeption hinter dem Film trotz seines hohen Erzähltempos und des gekonnten Ineinandergreifens der verschiedenen Handlungsteile hausbacken und angestaubt. Das ist vor allem bei den Anspielungen auf andere Titel zu bemerken - "Flussfahrt mit Huhn" oder die klassischen Buddymovies sind heutigen Kids kaum noch geläufig, die Zitate erfreuen höchstens die Eltern. Witzige Bezüge zu heutigen Hits an der Kinokasse sind jedoch Fehlanzeige, was sich auch bei der Musikauswahl zeigt. Die immer wieder einsetzende Blasmusik erinnert sehr an Emir Kusturica der 1980er und 1990er Jahre. Sie löst bei jungen Zuschauern höchstens ein genervtes Augenrollen aus.

So bleibt ein Kinder- und Jugendfilm, der einmal mehr nur die Erwachsenen erfreut, an der Zielgruppe aber komplett vorbei geht.
farbfilm Verleih, Ricardo Vaz Palma, In Good Company
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Klamaukige Running Gags und übelste Klischees...
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2021