RETRO Feature
Film Revue
Gina Lollobrigida als Königin Saba
Sexsymbol der 1950er Jahre: La Lollo
Für Gina Lollobrigida schwärmen
Mit ihren wohlgeformten Kurven und dem außergewöhnlich schönen Gesicht machte Gina Lollobrigida Ende der 1940er Jahre die Filmwelt auf sich aufmerksam. Doch nicht nur ihre Schönheit sollte ihr zum Durchbruch verhelfen, sondern vor allem ihr schauspielerisches Talent, das man nicht nur in Italien zu schätzen wusste. Hollywood zeigte sie zwar erst einmal die kalte Schulter, im zweiten Anlauf gewann sie die Traumfabrik aber doch noch lieb.
Von  Bettina Friemel/Filmreporter.de,  15. April 2021
Film Revue
Frank Sinatra trägt La Lollos Sohn auf dem Arm
Dass sie sich schon auf den ersten Blick von anderen Frauen unterscheidet, wusste Gina Lollobrigida früh. Bereits als Kind gewann sie Schönheitswettbewerbe, als junge Frau schaffte sie den dritten Platz bei der Miss Italien Wahl. Dass man sich nicht allein auf Äußerlichkeiten verlassen kann, wusste die rassige Italienerin auch. Zum Glück war ihr von Gott eine gehörige Portion Kreativität geschenkt worden, die sie im Operngesang, im Bildhauen, im Fotografieren und nicht zuletzt im Schauspielen einsetzen konnte. Auf der Straße wurde sie 1947 von Regisseur Mario Costa entdeckt, der sie vom Fleck weg für zwei seiner Filme besetzte. Von da an war es nur ein kleiner Schritt, bis andere Filmemacher auf das Talent aufmerksam wurden. Einer war Hollywood-Mogul Howard Hughes, der Gina zu Beginn ihrer Karriere direkt einen mehrjährigen Vertrag mit seinem Studio anbot. Doch so schnell wollte sie sich von ihrer Heimat nicht trennen. Gina zog es vor, in Europa Filme zu drehen. Außerdem hatte sie gerade erst den Arzt Milko Skofic geheiratet.
Münchner Illustrierte
Gina Lollobrigida
Lächeln für die Massen
1953 war es dann soweit: La Lollo verzückte in John Hustons "Schach dem Teufel" neben Errol Flynn und Humphrey Bogart auch das internationale Publikum mit ihrem charmanten Lächeln. Nach ihrer bezaubernden wuscheligen Kurzhaarfrisur wurde im Hype um den neuen Star am Hollywoodhimmel sogar ein Salat benannt. Nach dem Riesenerfolg "Liebe, Brot und Phantasie" lagen ihr im folgenden Jahr die Menschen zu Füßen und es dauerte nicht lange, bis Gina zur bestbezahlten Schauspielerin Europas aufstieg. An die zahlreichen Verehrer war Gina gewöhnt. Wegen ihrer Schönheit wurde sie schon immer von den Männern hofiert. Als einzigen Nachteil empfand sie die schwindende Privatsphäre, unter der ein gefragter Filmstar zu leiden hat. Bei den Dreharbeiten zu "Der Glöckner von Notre-Dame" lernte Gina ihren Lieblingskollegen Anthony Quinn kennen. Von ihm schwärmte sie in Interviews in den höchsten Tönen. Als Esmeralda und Quasimodo gelten die beiden noch heute als eines der bekanntesten Filmpaare.
Münchner Illustrierte
Gina Lollobrigida
Konkurrenz schläft nicht
Dass Ende der 1950er Jahre noch eine andere Italienerin versuchte, in der Filmbranche Fuß zu fassen, war Gina egal. Doch die Medien bauschten den Konkurrenzkampf zwischen ihr und Sophia Loren immer mehr auf. Zumindest hatten die Diven so ihre Publicity sicher. Doch Ende der 60er Jahre musste die Lollobrigida langsam erkennen, dass ihre Kariere sich tatsächlich dem Ende zuneigte. Nachdem sie nur durch ein Versehen zur Schauspielerei gekommen war, fiel ihr der Abschied 1972 nicht schwer. Die Rollenangebote wurden weniger, und so konzentrierte sich die einst schönste Frau der Welt zunehmend auf ihre wahre Leidenschaft, die Fotografie. Paul Newman, Salvador Dalí und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft standen ihr Modell. Die Bilder veröffentlichte sie in diversen Fotobänden.
Münchner Illustrierte
Gina Lollobrigida mit Mann Milko und Hunden
Leben nach dem Film
Privat brach ebenfalls ein neues Kapitel an. 1971 ließ sie sich von ihrem Mann scheiden, weinte der Ehe jedoch keine Träne nach. Die Männer liefen ihr immer noch hinterher, für Abwechslung war also gesorgt. Neben zahlreichen Einsätzen für wohltätige Zwecke kandidierte Gina 1999 für einen Sitz im EU-Parlament, bekam jedoch nicht genügend Stimmen. In Italien war man wohl der Meinung, sie solle weiterhin bei der bildenden und darstellenden Kunst bleiben. Obwohl Gina inzwischen über 80 Jahre alt ist, denkt sie noch lange nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. In wohltätigen Hilfsorganisationen setzt sie sich mit großem Engagement für eine bessere Welt ein. Ein Enkelkind hält sie ebenfalls auf Trab - und auf die Männer hat sie auch noch ein Auge.
Von  Bettina Friemel/Filmreporter.de,  15. April 2021

Zum Thema


Weitere Retrofeatures
Er war Schwimmer, genauer gesagt hielt er 14 Jahre lang den Rekord im 100-Meter-Brustschwimmen. Er war...
 
Mit Glück ist sie schon als Kind nicht reich beschenkt. Krankheiten und Misserfolge prägen ihr Leben....
 
Als am 20. Januar 1993 die Medien Audrey Hepburns Tod vermelden, ist seit dem Drehschluss ihres letzten...
2021