Film und Frau
Eva Bartok und Curd Jürgens nicht nur vor der Kamera ein Paar
Waghalsige Männer im Kampf um rassige Schönheit
Retro News: Duell in der Zirkusmanege
Curd Jürgens und Bernhard Wicki: In Kurt Neumanns Melodram "Rummelplatz der Liebe" stehen sich die Vorzeige-Helden des deutschen Films als Rivalen um die Gunst einer verführerischen Artistin gegenüber. Verkörpert wird Turmspringerin Lilli von Eva Bartok, die kurz zuvor als Partnerin von Burt Lancaster in "Der rote Korsar" zu sehen war und sich zum Sex-Symbol des internationalen Films gemausert hat. Ob Leidenschaft, Intrige und Zirkusluft: Diesem in deutsch-amerikanischer Koproduktion entstandenen Artistenfilm fehlt es an nichts!
erschienen am 1. Juni 2020
Film und Frau
Manege frei für "Rummelplatz der Liebe"
Heimtückischer Mordplan
Im Juni 1954 berichtet die Zeitschrift Film und Frau über die Kino-Sensation der Saison: Eine spektakuläre wie prominent besetzte Dreiecksgeschichte im exotischen Zirkusmilieu, angesiedelt im München der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die mittellose Lilli (Eva Bartok) macht die Bekanntschaft des Impresarios Toni (Curd Jürgens), der die junge Frau an einen Zirkus vermittelt. Dort begegnet Lilli Trapezkünstler Franz (Bernhard Wicki), wird dessen Manegen-Partnerin und Ehefrau. Doch im Grunde ihres Herzens fühlt sie sich zu Toni hingezogen und wird schließlich dessen Geliebte.

Um seinen Nebenbuhler Franz auszuschalten, schmiedet der eifersüchtige Toni einen heimtückischen Mordplan: Er manipuliert die Turmleiter, von der aus Franz während seiner Zirkusnummer in die Tiefe springt, und sorgt so für den geschickt inszenierten Unfalltod seines Widersachers. Doch der Plan ist zum Scheitern verurteilt, als Lilli vom Mord an Franz erfährt und sich daraufhin voller Abscheu von Toni abwendet.
Film und Frau
Drehort Stachus München im Jahr 1954
Liebespaar im Film und im Leben
Die in "Rummelplatz der Liebe" thematisierte Liebesaffäre zwischen Curd Jürgens und Eva Bartok hatte einen realen Hintergrund: Galten die gebürtige Ungarin und der "normannische Kleiderschrank" Jürgens doch privat wie beruflich als eines der Traumpaare des westdeutschen Nachkriegsfilms. 1955 heirateten sie, die skandalträchtige Ehe wurde jedoch schon nach einem Jahr wieder geschieden.

Im Rückblick interessant sind die zahlreichen Außenaufnahmen des Films, die den Wiederaufbau Münchens Mitte der 1950er Jahre eindrucksvoll dokumentieren. Neben Szenen am Münchner Stachus - damals der verkehrsreichste Platz Europas - fällt der Blick auch auf die Türme der Frauenkirche, deren berühmte Kuppeln zeitgleich zu den Dreharbeiten wieder errichtet wurden. Uraufgeführt wurde "Rummelplatz der Liebe" im Juni 1954 im Rahmen der Berlinale, fiel bei Publikum wie Kritik allerdings durch.

Regisseur Kurt Neumann, ein gebürtiger Nürnberger und seit der frühen Tonfilmzeit in Hollywood tätig, hatte sich Mitte der 1940er Jahre durch seine "Tarzan"-Filme mit Johnny Weissmüller einen Namen gemacht. Mit "Carnival Story" hatte Neumann im April 1954 bereits eine englischsprachige Version von "Rummelplatz der Liebe" in die amerikanischen Kinos gebracht. Anstelle deutscher Stars spielten hierbei Anne Baxter und George Nader die Hauptrollen.
erschienen am 1. Juni 2020
Zum Thema
Die ungarische Schauspielerin Eva Bartok war fünf Mal verheiratet. Auch Curd Jürgens zählte zu ihren Gatten. Um den Erzeuger ihrer Tochter Deana machte sie stets ein großes Geheimnis, denn eigentlich sollte Jürgens der Vater sein. Doch Jahre später enthüllte sie den Namen Frank Sinatra. Diesen kümmerte die vermeintliche Vaterschaft recht wenig, und das, obwohl das Paar 1956 eine kurze Affäre hatte.
Curd Jürgens' Schauspielkarriere war beachtlich. Er war bei zahlreichen Theatern in ganz Europa Intendant und war selbst aktiver Theater- und Filmschauspieler. 1945 nahm er die österreichische Staatsbürgerschaft an und besaß fortan mehrere Grundstücke in Österreich. Genauso aufregend wie seine beruflichen Tätigkeiten waren seine fünf Ehen und sein ausschweifendes Privatleben. Beides erregte seit jeher das Interesse von Medien und Öffentlichkeit. So war er dem Alkohol, den Zigaretten und dem..
Regisseur Kurt Neumann zeigt die vielen Facetten des Zirkuslebens und erzählt von Freude und Liebe, Neid und Missgunst, Pech und Tragik. "Rummelplatz" soll das wahre Leben widerspiegeln.
Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Fotograf: Der gebürtige St. Pöltener Bernhard Wicki geht als Multitalent in die Annalen des deutschen Nachkriegsfilms ein. Idealisten wie der jugoslawische Partisan Boro in Helmut Käutners "Die letzte Brücke" oder der Hitler-Attentäter Stauffenberg in "Es geschah am 20. Juli" zählen zu seinen eindrucksvollsten Rollen. Aber auch in Komödien wie Käutners "Die Zürcher Verlobung" überzeugt Wicki mit seiner ironisch-melancholischen Spielweise. 1959 wendet..
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Joseph Schmidt avancierte trotz seiner 1,58 Meter zu einem der berühmtesten und größten Tenöre der 1920er Jahre. Géza von Bolváry macht sich nun daran, dem Sänger mit "Ein Lied geht um die Welt" ein filmisches Denkmal zu setzen, wie die Film Revue am 14. Oktober 1958 berichtet.
Im Herbst 1957 veröffentlicht die Zeitschrift Hildegard Knef den Vortritt. Ihr Alraune-Lied "Vom einsamen Mädchen" gehöre zu seinen schönsten Schallplatten. Singen könne sie nicht, aber sie habe das gewisse Etwas. Der Bericht wird abgerundet mit einem Zitat von Erich Kästner: "Sie singt, was sie weiß. Und sie weiß, was sie singt."
In Hollywood haben die Dreharbeiten zu einem interessanten Film begonnen. "Warlock" wird mit Stars wie Henry Fonda und Anthony Quinn als große Produktion angekündigt. Es wird erwartet, dass der Abenteuerfilm sich unter der Regie von Edward Dmytryk zu einem Kassenschlager entwickelt.
2022