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Reva Holsey
Steiniger Weg zum Ruhm
Reva Holzhey gibt nicht auf
Junge Menschen fühlen sich oft zu Großem berufen und träumen von einem Leben als Leinwandsternchen. Aber was tun, wenn die eifrigen Bemühungen nicht fruchten und der Weg ins Schauspielfach wie verbaut erscheint? Soll man sich mit einem einfacheren Beruf begnügen oder gilt es, standhaft zu bleiben und nicht aufzugeben? Ein Reporter der Filmwelt hat sich diesen Fragen angenommen und versucht, sie mithilfe einer jungen Künstlerin zu beantworten. Das Magazin widmet Reva Holzhey in der Ausgabe vom 3. Juni 1934 eine Reportage.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  20. Februar 2021
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Reva Holsey
Nur der Hartnäckige kommt zum Ziel
Alles beginnt mit einem Unglück. Ein junges Fräulein flaniert durch die Stadt, ist nur einen Moment unaufmerksam und wird prompt von einem dahin brausenden Auto erfasst. Fast ein Jahr dauert die Rekonvaleszenz von Reva Holzhey. Im Krankenhaus wird es der impulsiven Münchnerin und Stenotypistin schnell fad. Zur Ablenkung schreibt sie ein Theaterstück, dass sie mit anderen Patienten zur Aufführung bringt. Als der Versuch gelingt, steht für sie der Weg zur Bühne fest. Ein Oberarzt macht ihr Hoffnung und will sie einem befreundeten Künstler vorstellen. Er bricht jedoch sein Wort und nach der Entlassung kehrt Eva in die triste Bürostellung zurück.

Dort hält es sie aber nicht lange. Mit dem Mut der Verzweifelten sucht sie Kontakt zum Intendanten des Bayerischen Staatstheaters, den sie nach unzähligen Abweisungen durch Vorzimmerdamen und Sekretärinnen endlich sprechen darf. Der Meister erklärt sich bereit, ihr Unterricht zu erteilen. Es folgt ein Engagement am Münchner Marionettentheater und später eines am Münchener Schauspielhaus. Aber die zarte Blondine erhält nur kleine Rollen, fast verlässt sie der Mut.

Um Geld zu verdienen schreibt sie über Filme, in denen sie eigentlich gerne mitspielen will. So kommt sie nach Berlin. Dort gelingt ihr mit Franz Wenzlers "Alle machen mit" der lang ersehnte Einstieg ins Filmgeschäft. Ob daraus mehr wird, steht noch in den Sternen.
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Reva Holsey
Kurze Karriere im Filmgeschäft
Reva Holzheys Filmkarriere war nur von kurzer Dauer. Auf ihren Kurzfilm aus dem Jahr 1933 folgten in rascher Abfolge neun weitere, ab 1936 stand Holzhey, die ihren Nachnamen später in Holsey änderte, nicht mehr vor einer Kamera. Die Gründe dafür sind heute nicht mehr heraus zu bekommen. Mag sein, dass die blonde Münchnerin keine Rollenangebote mehr bekam. Vielleicht aber kehrte sie auch zu ihrer wahren Leidenschaft, dem Theater, zurück. In diesem Bereich feierte sie schon zuvor kleinere Erfolge als Darstellerin und Regisseurin.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  20. Februar 2021

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