Film und Frau
Henry Fonda als Geschworener
Kampf um Gerechtigkeit
Retro News: Charakterstudie mit Henry Fonda
Henry Fonda, einer der profiliertesten Charakterdarsteller Amerikas, wird nun Filmproduzent. Für seine Produktionsfirma hat er sich ein spannendes Filmthema ausgesucht: Zwölf Männer aus unterschiedlichen Gesellschaftschichten sollen über das Schicksal eines jungen Puertoricaners entscheiden, der beschuldigt wird, seinen Vater ermordet zu haben. Grandiose Darsteller, wie Lee J. Cobb, E.G. Marshall, Ed Begley und Jack Warden spielen die Geschworenen. Angeführt werden sie von Henry Fonda selbst. Der Film nennt sich passend "Die Zwölf Geschworenen".
erschienen am 22. Mai 2013
Film und Frau
Erbitterte Diskussionen
Menschlich packend
Henry Fonda zweifelt als einziger Geschworener den vorliegenden Tatbestand an. Dadurch veranlasst er seine übrigen Kollegen dazu, ihr Urteil noch einmal zu überdenken. Eine kriminalistisch verwickelte Rahmenhandlung bildet das Gerüst für das eigentliche Thema des Films: Die Reaktion von zwölf Männern, die vor die Aufgabe gestellt werden, objektiv zu denken. In den anderthalb Stunden ihrer Beratung enthüllt sich die menschliche Natur in all ihrer Unzulänglichkeit, berichtet die Zeitschrift Film und Frau im Juli 1957.

Vorurteile, Misstrauen, Gleichgültigkeit und Intoleranz gefährden eine sachliche Entscheidung. Der gesamte Film spielt in nur in einer einzigen Dekoration. Dadurch entstand das Problem, die räumliche Begrenzung zu meistern, ohne in Monotonie zu verfallen. Es galt, die dramatische Entwicklung logisch ins Optische zu übertragen, und zwar ohne Tricks und Rückblenden, einzig und allein durch die Echtheit der Darstellung und die Schilderung der Charaktere. Regisseur Sidney Lumet drehte das Kammerspiel in nur 21 Tagen. Die intensiven Proben nahmen alleine schon zwei Wochen in Anspruch.
Film und Frau
Szene aus "Die Zwölf Geschworenen"
Langanhaltende Wirkung
"Die Zwölf Geschworenen" aus dem Jahr 1957 bildet das Spielfilmdebut der Regielegende Sidney Lumet. Seitdem gilt er als Spezialist für Justiz- und Polizeifilme. Zuvor inszenierte er das Drama, das auf dem gleichnamigen Fernsehspiel von Reginald Rose basiert, bereits für das Fernsehen. Für den Kinofilm verwendete er Kameralinsen mit längerer fokaler Brennweite, so dass die Darsteller mit dem Hintergrund zu verschmelzen scheinen und eine klaustrophobische Stimmung entsteht.

Die Originalfassung von 1957 gilt bei Soziologen und Psychologen bis heute als Musterbeispiel zur Verdeutlichung von Rollen- und Gruppenverhalten sowie gruppendynamischen Prozessen. Weitere Verfilmungen folgten. William Friedkin drehte 1997 einen Fernsehfilm mit Jack Lemmon und George C. Scott in den Rollen von Henry Fonda und Lee J. Cobb. Zehn Jahre später entstand mit "12" (2007) eine russische Variation, in dem Regisseur Nikita Michalkow einen jungen Tschetschenen als Vatermörder einführt. Übrigens: Henry Fonda frustrierte die Rolle des Produzenten so sehr, dass er, abgesehen von der zwei Jahre später entstandenen Fernsehserie "The Deputy", nie wieder produzierte.
erschienen am 22. Mai 2013
Zum Thema
Henry Fonda zählt zu den bedeutendsten Schauspielern des 20. Jahrhunderts. Der schlanke, aristokratisch anmutende und attraktive Schauspieler mit den unvergesslichen blauen Augen wuchs im Laufe seiner Karriere zu einer Ikone amerikanischer Tugenden heran. Seine Darstellungen moralisch integerer Männer, die stets verantwortungsvoll handeln, prägte das Bild des amerikanischen Stars über Jahrzehnte.
Sidney Lumet macht sich als Regisseur von Klassikern wie "Serpico", "Hundstage" und "Network" einen Namen bei Kritik und Publikum. Schon sein Erstlingswerk "Die Zwölf Geschworenen" von 1957 wird für drei Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead" aus dem Jahre 2007 erntet euphorische Kritiken. Long Day's Journey Into Night" und "Blick von der Brücke" auf die Leinwand. Da er seine Geburtsstadt New York interessanter findet als Hollywood, dreht er viele seiner Werke in der..
Sidney Lumets Gerichtsklassiker ist bis heute ein Vorbild seiner Zunft. Er realisierte mit "12 Angry Men" einen der besten Filme des US-Kinos, dessen Aktualität bis heute nicht verjährt ist. Auf engstem Raum und mit auch für damalige Zeiten (1957) kleinem Budget gelingt dem vormaligen TV-Regisseur eine überzeugende Studie divergierender Gesellschaftsschichten und Lebensauffassungen.
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2021