
Film Revue
Klaus Löwitsch
Von Berlin nach Wien
Klaus Löwitschs Weg nach oben
erschienen am 27. 01. 2014
Keine Lust auf Bonvivants
Klaus Löwitschs Vater stirbt schon sehr früh, was sein Verhältnis zu seiner Mutter umso enger schweißt. Diese bringt den Jungen zu den Salzburger Festspielen, wo der Tanzeleve als Gruppentänzer im Chor mitwirkt. Er tanzt unter anderem in den Stücken "Rosenkavalier", "Don Giovanni" und "Figaros Hochzeit". Während einer Vorstellung wird er vom Intendanten der Bregenzer Festspiele entdeckt und dazu ermutigt, es mal mit der Schauspielerei zu versuchen. Daraufhin bewirbt sich Löwitsch am Max Reinhardt Seminar und wird auf der Stelle angenommen. Als Theaterschauspieler ist sein Repertoire praktisch unbegrenzt. Er spielt den Tranio in William Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung", den Laertes in "Hamlet" sowie den jungen Napoleon in George Bernard Shaws "Schlachtenbummler". Seinen Durchbruch hat er als stummer Idiot in der Oper "Der Heilige von der Bakerstreet", eine Rolle die ihm ausgezeichnete Kritiken einbringt. Seither kann sich der junge Schauspieler vor Angeboten kaum retten. Nur einen Rollentypus würde er niemals spielen, wie er einmal versichert. "Ich werde niemals Bonvivants spielen, denn ich bin kein Beau", sagt Löwitsch. "So wie ich Charaktertänzer bin, so möchte ich auch Charakterschauspieler werden". Sein Filmdebüt gibt Löwitsch 1956 mit einer kleinen Rolle in Gustav Ucickys "Der Jäger von Fall".

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Welt am Draht
Harter Bursche mit Charakterkern
Die Kinokarriere Klaus Löwitschs währte über 45 Jahre, in deren Verlauf er in rund 80 Kino- und Fernsehfilmen sowie diversen TV-Serien mitwirkte. Die fruchtreichste Schaffensperiode Löwitschs währte ab Ende der 1960er bis Anfang der 1980er Jahre. In dieser Zeit sah man ihn in zahlreichen künstlerisch ambitionierten und kommerziell erfolgreichen Kino- und TV-Produktionen. Unter anderem spielte er in Roger Fritz' Drama "Mädchen... nur mit Gewalt" (1969), wofür er mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Mit Rainer Werner Fassbinder arbeitete Löwitsch bis 1979 insgesamt acht Mal zusammen, unter anderem bei "Händler der vier Jahreszeiten" (1972) und "Die Ehe der Maria Braun" (1979). Für Daniel Schmid stand er in "Schatten der Engel" (1976) vor der Kamera. Durch diese Werke wurden immer mehr internationale Regisseure auf den Charakterdarsteller aufmerksam. So engagierte ihn Sam Peckinpah für seinen Kriegsfilm "Steiner - Das Eiserne Kreuz" (1977) sowie für die Fortsetzung "Steiner - Das eiserne Kreuz, 2. Teil" (1979). Clint Eastwood besetzte ihn 1982 in seinem Thriller "Firefox". Ab Mitte der 1980er Jahre arbeitete Löwitsch überwiegend für das Fernsehen. Er spielte in Serien wie "Tatort", "Detektivbüro Roth" und "Peter Strohm" und wurde auf das Image des harten Burschen festgelegt. 1997 war Löwitsch in Oliver Hirschbiegels "Das Urteil" zu sehen, für den er mit dem Grimme Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.
erschienen am 27. Januar 2014
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