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RETRO News
Der Schinderhannes
Film Revue

Curd Jürgens sorgt für Überraschung

Maria Schell ist überzeugt!

Beim Dreh zu "Die Ratten" vor drei Jahren scheinen sich Curd Jürgens ("Die goldene Brücke") und Maria Schell ("Playhouse 90") erneut verstanden zu haben. Denn beide stehen nun bereits zum dritten Mal gemeinsam vor der Kamera. Diesmal drehen sie das Drama "Der Schinderhannes" von Helmut Käutner ("Zu jung"), wie die Filmzeitschrift Film Revue am 28. Oktober 1958 berichtet. Bei der Geschichte bediente sich der Regisseur bei Carl Zuckmayers gleichnamigem Theaterstück von 1927. Das Drehbuch stammt von George Hurdalek. Käutner wird neben der Regie auch die Rolle eines französischen Offiziers übernehmen. Während die Filmzeitschrift noch zweifelt, ob Jürgens die Titelrolle entsprechend interpretieren kann, ist Schell überzeugt: "Ihr werdet überrascht sein!", kündigt sie mit großen Worten an.
Von  Isabel Pluta/Filmreporter.de,  30. September 2015
Julchen (Maria Schell) wartet aufl ihren Schinderhannes
Film Revue
Julchen (Maria Schell) wartet aufl ihren Schinderhannes

Tragische Liebe

Hunsrück im 18. Jahrhundert: Das Grenzgebiet zu Frankreich leidet unter der Ausbeutung. Dafür ist die französische Wehrmacht ebenso verantwortlich wie die deutsche Aristokratie. Als Reichsgraf von Cleve-Boost (William Trenk) in seine Heimat zurückkehrt, wird es Johann 'Schinderhannes' Bückler (Curd Jürgens) zu viel. Der Räuber plant, das Geld von den Reichen zurückzuholen und wieder den Armen zu geben. Auf seinem Diebeszug lernt er Julchen (Maria Schell) kennen und lieben. Eigentlich soll sie einen anderen heiraten. Verzückt vom neuen Glück, erwartet Julchen schon bald Nachwuchs. Doch das behält sie erst einmal für sich, denn wirklich begeistert ist sie von den Raubplänen ihres Geliebten nicht. Als sie Schinderhannes endlich davon erzählt, wird er geschnappt. Ihn erwartet der Henker. Sein letztes Abendessen darf der Verurteilte mit seinem Julchen verbringen. Das Tragische daran ist, dass beide wissen, was das Morgengrauen bringt. Doch beide wollen es dem jeweils anderen verheimlichen…


Das letzte Abendmahl
Film Revue
Das letzte Abendmahl

Eingespieltes Duo

1948 drehten Curd Jürgens ("James Bond 007: Der Spion, der mich liebte") und Maria Schell ("Die glückliche Familie") mit "Der Engel mit der Posaune" ihren ersten gemeinsamen Film. Beim Dreh von "Die Ratten" trafen sie sich 1955 wieder. Drei Jahre später spielten sie in ihrer dritten Zusammenarbeit "Der Schinderhannes" ein Liebespaar. Zur vierten Kollaboration kam es erst 21 Jahre später. 1979 erschien ihre letzte gemeinsame Produktion "Schöner Gigolo, armer Gigolo". Seit Anfang der 1970er Jahre drehte Schell überwiegend Fernsehproduktionen wie "Das letzte Wort" (1991). Jürgens war sowohl fürs Kino- als auch Fernsehgeschäft tätig. Er spielte in TV-Serien wie "Der Kommissar" und im Spielfilm "Hallo, Checkpoint Charlie".

Privat gingen die beiden Darsteller unterschiedliche Wege. Jürgens, aufgrund eines Verkehrsunfalls seit dem 17. Lebensjahr zeugungsunfähig, war insgesamt fünf Mal verheiratet. Ihm wurden mehrere Affären nachgesagt und er war dafür bekannt, ein Frauenheld zu sein. Schell hingegen stand zwei Mal vor dem Traualtar. Aus beiden Ehen ging je ein Kind hervor.
Von  Isabel Pluta/Filmreporter.de,  30. September 2015

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