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Maria Schell
Film Revue

Hinter der Kamera

Fotograf Arthur Grimm

Wer auf Fotos gut aussieht, hat im Zweifelsfall hinter der Kamera einen Künstler, der ihn richtig in Szene setzt. Weil die Starfotografen fast nie ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten, hat die Zeitschrift Filmrevue in ihrem Heft vom 28. Mai 1957 Arthur Grimm in den Fokus genommen. Der Artikel erläutert, vor welchen Schwierigkeiten ein Fotograf wie er steht, mit welchen Gegnern er zu kämpfen hat und welche Fähigkeiten man für den Beruf mitbringen muss.
Von  Lena Pauli/Filmreporter.de,  13. Juli 2016
Curd Jürgens
Film Revue
Curd Jürgens

Kreativ durch Knopfdruck

Der Kunde hat seine eigenen Vorstellungen von einem gelungenen Bild, ebenso wie der Künstler, der vor die Linse treten soll. Auch der Fotokünstler versucht seine eigene kreative Vision umzusetzen. Dabei steht er vor der Frage, welche unbekannten Seiten er demselben Gesicht nach der zehnten oder elften Portrait-Aufnahme noch entlocken kann? Zudem macht ihm manchmal das empfindliche Foto-Material einen Strich durch die Rechnung. Da sind langjährige Erfahrung, Einfühlungsvermögen, Kontaktfreudigkeit sowie eine genaue Materialkenntnis unerlässlich.

All das schreibt die Filmrevue dem Fotografen Arthur Grimm zu. Dieser sei ein erfahrener, alter Hase im Geschäft, der schon vor dem Krieg ein bekannter Bildjournalist war. Die meisten deutschen und viele internationale Stars hat er schon vor seiner Linse gehabt. Unter anderem fotografierte er Prominente wie Maria Schell, Curd Jürgens und Ulla Jacobsson. Pro Jahr ist er bei etwa 25 Filmproduktionen dabei, wo er Portraits und Werbebilder macht und sich auch für Schnappschüsse auf die Lauer legt.


Ulla Jacobsson
Film Revue
Ulla Jacobsson

Fotos als Propaganda

Die Filmrevue erwähnte nicht Arthur Grimms Tätigkeiten während der Kriegsjahre. Der Fotograf trat 1933 in die NSDAP ein. Während der Diktatur der Nationalsozialisten war er von 1940 bis 1945 als Sonderführer einer Propagandakompanie für die NS-Propagandazeitschrift Signal tätig.

Zuvor hatte der in Bayern geborene Grimm die Regisseurin Leni Riefenstahl ("Die weiße Hölle vom Piz Palü") zu Dreharbeiten für ihren zweiteiligen Film "Olympia" nach Griechenland begleitet. Zudem berichtete er als Bildreporter vom Einmarsch der Deutschen in Prag, vom Krieg in Russland, auf dem Balkan und in Frankreich. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges betrieb er erfolgreich ein Fotoatelier in Berlin, wo er sich auf das Fotografieren rund um den Film konzentrierte.
Von  Lena Pauli/Filmreporter.de,  13. Juli 2016

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