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O.W.Fischer, Odile Versois in "Herrscher ohne Krone"
Film Revue

Bavaria Filmstudios öffnen ihre Tore

Wie Phönix aus der Asche

Nach den Turbulenzen der Vergangenheit eröffnen die Filmstudios Bavaria Filmkunst wieder ihre Tore in München-Geiselgasteig. Der Farbfilm "Herrscher ohne Krone" von Harald Braun wird den Auftakt zum neuen Kapitel der Firma machen. Auf dem Gelände wurden bereits kleinere Produktionen wie "Kleines Zelt und große Liebe" und "Wenn wir alle Engel wären" gedreht. Das neue Projekt verspricht einer der größten und interessantesten Filme im Nachkriegsdeutschland zu werden.
Von  Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de,  14. Dezember 2016
O.W.Fischer, Horst Buchholz in "Herrscher ohne Krone"
Film Revue
O.W.Fischer, Horst Buchholz in "Herrscher ohne Krone"

Die Macht ist der Liebe Verhängnis

"Herrscher ohne Krone" wird in der Ausgabe der Zeitschrift Film Revue vom November 1956 als Visitenkarte der neu erstandenen Bavaria Filmkunst gepriesen. Die auserlesene Besetzung spricht dafür, dass die Firmeninhaber es ernst meinen. O.W. Fischer, Horst Buchholz und Odile Versois sind in einem gefährlichen Spiel der Macht und der Liebe verstrickt. Mit der Verpflichtung der Stars des deutschen Kinos antwortet die Bavaria auf Vorwürfe von Filmwirtschaftlern, dass die Spitzengagen für ausländische Schauspieler die Filmstudios in die finanzielle Krise trieben. Das Geschichtsdrama mit heimischer Besetzung soll nun auch den internationalen Filmmarkt erobern.

Die Handlung ist im Dänemark des 18. Jahrhunderts angesiedelt. Der deutsche Arzt Friedrich Strünsee (O.W. Fischer) wird der Leibarzt des dänischen Königs Christian VII. (Horst Buchholz). Er gewinnt das Vertrauen des geisteskranken Herrschers und bekommt so die Chance, die Ideen der Aufklärung in Dänemark zu verbreiten. Doch den Hofleuten gefällt die neu gewonnene Freiheit des Volkes nicht. Die verbotene Liebe zwischen dem Leibarzt und Königin Mathilde (Odile Versois) kommt ihnen da gerade gelegen...


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Erfolgreicher Auftakt

Die Bavaria Filmstudios wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 unter amerikanischer Verfügung gestellt. Es folgte ein Produktionsverbot, nur das Kopierwerk und das Synchronstudio durften weiter arbeiten. Die Reprivatisierung der Filmstudios wurde trotz vieler Komplikationen im Februar 1956 mit der Umbenennung in Bavaria Filmkunst AG abgeschlossen. Nachdem 1959 die Bavaria Atelier GmbH mit den Gesellschaftern, der SDR-Tochter Rundfunkwerbung Stuttgart GmbH und der WDR-Tochter Westdeutsche Werbefernsehen GmbH Köln gegründet wurde, florierte das Geschäft.

Unter der Leitung des neu gewählten Studiodirektors Helmut Jedele wurden auch Fernsehfilme, -serien und -shows gedreht. Die Bavaria Film entwickelte sich seiner Zeit zum größten deutschen TV-Lieferanten und zum international anerkannten Filmstudio. Bis heute ist das Gelände ein gefragter Drehort. Unter anderem wurde dort "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders" aus dem Jahre 2006 inszeniert.
Von  Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de,  14. Dezember 2016

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