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Bruno Mondi bei der Arbeit.
Neue Filmwelt

Meister des Lichts

Bruno Mondi hinter der Kamera
Seine Liebe gilt der Kamera. Bruno Mondi beherrscht die Technik, Licht, Schatten und Dunkelheit mit der Linse festzuhalten. Fast scheint es, als ob bestimmte Nuancen erst durch seine Linse sichtbar werden. Mit Regisseur Georg C. Klaren arbeitete Mondi 1947 an dem Projekt "Wozzeck". Klaren ist voller Lob für seinen Kameramann. Nun kommt Mondis nächstes Kunstwerk heraus. Zusammen mit Arthur Maria Rabenalt dreht er derzeit "Chemie und Liebe".
Von  Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de,  12. Dezember 2017
Bruno Mondis "Chemie und Liebe".
Neue Filmwelt
Bruno Mondis "Chemie und Liebe".

Perfektion steckt im Detail

Die Zeitschrift Neue Filmwelt veröffentlicht in ihrem 2. Heft des Jahres 1948 ein Portrait des Kameramanns Bruno Mondi. Sein größtes Kapital ist der Sinn fürs Detail. Jeder Einstellungswechsel oder jede Bewegung seiner geliebten Apparatur muss dramaturgisch gerechtfertigt werden. "Die Kamera will es ganz genau wissen...", sagt er immer und beschreitet nicht selten neues Territorium.

Mondis Bastelfreude, Abenteuerlust und Besessenheit machen ihn in den Augen des Regisseurs Georg C. Klaren zu einem echten Filmmenschen. Daher ist Mondi für jeden egozentrischen Filmemacher der perfekte Mitarbeiter. Nicht nur als Kollege wird er geschätzt. So gäbe es keinen besseren Kameraden als ihn, ist sich Klaren sicher.


Sissi (1955)
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Sissi (1955)

Ohne politische Überzeugung

Bruno Mondi wirkte in über 100 Filmen als Kameramann mit. Während des deutschen Nationalsozialismus arbeitete er unter anderem am umstrittenen Werk "Jud Süß". Bis heute haftet ihm daher der Ruf eines Propagandafilmers an.

Nach dem Krieg wechselte er zur ostdeutschen Produktionsfirma DEFA. 1950 schlug er neue berufliche Wege ein. Er ging in die Bundesrepublik, wo er an weiteren 33 Filmen beteiligt war, darunter Publikumshits wie die "Sissi"-Trilogie. Am 18. Juli 1991 starb Mondi im Alter von 87 Jahren.
Von  Tzveta Bozadjieva, Filmreporter.de,  12. Dezember 2017

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