Starfeature
Matthias Schweighöfer versteht SpaßWarner Bros.
Von Anklam in die weite Welt
Matthias Schweighöfer in aller Munde
Der Mann ist vielbeschäftigt. Matthias Schweighöfer gehört zur Generation junger Schauspieler aus dem deutschsprachigen Raum, die seit einigen Jahren die Kinoleinwand stürmen. Ähnlich wie Tom Schilling, Daniel Brühl oder Nora Tschirner muss sich der blonde Darsteller wenig Gedanken um sein Renommee machen. Ob in historische Rolle, als verliebter Jüngling oder prolliger Fotograph - ihm wird von Seiten der zuständigen Instanzen ein enormes Repertoire eingeräumt. Wie viele seiner Berufskollegen ist er kein Quereinsteiger, er kam früh mit dem Beruf in Berührung.
Von  Timo Buschkämper, Filmreporter.de,  5. Dezember 2009
Matthias Schweighöfer in "Zweiohrküken"Warner Bros.
Raus aus der Provinz
Das vorpommersche Anklam liegt unweit der Ostsee und ist 1981 auch der Geburtsort von Matthias Schweighöfer. Ob es am Meeresklima liegt oder an der provinziellen Umgebung, es zieht die Familie bald ins sächsische Chemnitz. Als Kind ist Matthias korpulent und hat unter den Gängelungen seiner Mitschüler zu leiden. Erst als sogar sein Vater ihn dicke Sau nennt, verändert er seine Essgewohnheiten. Seine Eltern sind die Theaterschauspieler Gitta und Michael Schweighöfer, weshalb es nicht verwundert, dass ihr Sohn bereits während seiner Schulzeit am Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium auf der dortigen Bühne steht und im Anschluss das Studium an der Ernst Busch Hochschule für Schauspielkunst in Berlin aufnimmt. Nach dem zwölften Semester bricht er die Ausbildung jedoch ab. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits erste Schauspielerfahrungen gesammelt und arbeitet mit renommierten Regisseuren wie Andreas Dresen oder Dominik Graf.
SoloalbumConcorde Filmverleih
Rein in die Karriere
Die Verfilmung des Erfolgsromans "Soloalbum" von Popliterat Benjamin von Stuckrad-Barre ist 2003 Schweighöfers erstes Ausrufezeichen auf der Kinoleinwand. Es folgen "Kammerflimmern" von Hendrik Hölzemann und die Rolle des umstrittenen Fliegerhelden Manfred von Richthofen in Nikolai Müllerschöns "Der Rote Baron". Im Laufe seiner jungen Karriere spielt er auch die 1968er-Ikone Rainer Langhans, den Dichterfürsten Friedrich Schiller sowie den renommierten Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Als Beigabe ist Schweighöfer zudem bei Til Schweigers Erfolgskomödie "Keinohrhasen", sowie dessen Fortsetzung "Zweiohrküken" mit von der Partie. Auch international nimmt man den Aufstieg des jungen Deutschen mittlerweile zur Kenntnis. Er arbeitet mit dem Briten Peter Greenaway zusammen und ist 2008 in Bryan Singers "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" an der Seite von Hollywoodstar Tom Cruise zu sehen. Schweighöfer ist Träger des Adolph-Grimme- und des Bayerischen Filmpreises.
Matthias Schweighöfer: sein Grinsen ist wahrlich verführerischWarner Bros.
Wenig Privatleben
Schon zu DDR-Zeiten ist Matthias durch den Einfluss seiner Eltern mit Filmen von François Truffaut, Claude Chabrol und Martin Scorsese aufgewachsen. Von den Altmeistern der europäischen und der US-Amerikanischen Filmgeschichte inspiriert, muss er sich um sein berufliches Fortkommen nicht sorgen. Von den Medien als Gesicht einer Generation gefeiert, schottet sich Schweighöfer weitestgehend von der Boulevardpresse ab. Privat hält er sich bedeckt. Es gibt weder Skandale, noch gibt er öffentlich Intimes preis. Man weiß immerhin, dass er gerne Bücher von Max Frisch liest, Klavier und Geige spielt. Matthias ist schlagfertig und Sportbegeistert - selbst hält er sich mit joggen und schwimmen fit. Zusammen mit seiner Freundin Ani lebt er in Berlin, das Paar ist seit Mai 2009 die Eltern von Tochter Greta. Damit reiht er sich nahtlos in die Riege junger Darsteller ein, die mit einem glattpoliertem Image daherkommen aber ein wenig die spannenderen Ecken und Kanten vermissen lassen. Ihnen geht es um den maximalen beruflichen Erfolg und diesbezüglich stören Meldungen übers Privatleben den Sendeablauf. An dieser Form der Karriereplanung ist substanziell wenig zu kritisieren, weil es jedem selbst überlassen sein muss, welchen Weg er einschlägt. Der von Matthias Schweighöfer war bisher auf jeden Fall alles andere als kurz - von Anklam in die weite Welt.
Von  Timo Buschkämper, Filmreporter.de,  5. Dezember 2009

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