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Robert De Niro auf dem "Doha Tribeca Film Festival"
"Habe nicht vor, Memoiren zu schreiben"
Interview: Ewiger Mafioso Robert De Niro
In "Malavita - The Family" spielt Robert De Niro ("Killing Season") einmal mehr den Mafioso. Allerdings verschlägt es ihn diesmal mit seiner Filmfamilie in die französische Provinz. In Berlin erscheint der Hollywoodstar gut gelaunt. De Niro sitzt während des Pressegesprächs mit seitlich gedrehtem Kopf und muss einige Male nachfragen, weil er die Fragen der Journalisten nicht sofort versteht. Seine Memoiren will der 70-Jährige allerdings noch lange nicht schreiben, wie er lässig verrät.
erschienen am 21. November 2013
Universum Film
Gangsterpärchen: Michelle Pfeiffer und Robert De Niro in "Malavita - The Family"
Michelle Pfeiffer war großartig
Ricore Text: Wie war es, mitten im schönsten Nichts in Frankreich diesen Film zu drehen? Robert

De Niro: Es war großartig. Die Gegend dort war wunderschön.

Ricore: Trotzdem sieht es fast so aus als hätten Sie Heimweh. Hat in Ihrem Herzen tatsächlich nur New York Platz?

De Niro: Natürlich liebe ich New York! Aber ich mag es auch zu reisen. Vor allem in Europa gibt es viele tolle Städte.

Ricore: Dann haben Ihnen die Dreharbeiten also Spaß gemacht?

De Niro: Absolut. Michelle war großartig und Dianna natürlich auch. Wir hatten eine tolle Zeit.

Ricore: Sie spielen das Oberhaupt einer Mafia-Familie. War es schwierig, ein familiäres Gefühl aufkommen zu lassen oder passiert so etwas von selbst, sobald die Dreharbeiten beginnen?

De Niro: Michelle und ich sind im Film ja schon ziemlich lange miteinander verheiratet. Aber das Drehbuch ist sehr gut geschrieben, also war es einfach, das auch so zu spielen. Es machte einfach nur Spaß. Ich wünschte wir hätten schon früher in unseren Karrieren zusammen vor der Kamera gestanden.
Universum Film
Robert De Niro in "Malavita - The Family"
Robert De Niro: noch nicht reif für die eigene Autobiografie
Ricore: Wie sind Sie zu der Rolle gekommen?

De Niro: Ich war schon relativ früh in das Projekt involviert. Luc kam auf mich zu und erzählte von diesem Buch, das er in ein Drehbuch umschreiben wollte. Anfangs wollte er nur produzieren, aber dann war es schwer, einen Regisseur zu finden, also beschloss er, es selbst zu machen. Das war möglicherweise der Grund dafür, dass Michelle in das Filmprojekt einstieg.

Ricore: Wie war es, als Sie zum ersten Mal "GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia" sahen?

De Niro: Als ich das Drehbuch las, dachte ich, ach, das wäre doch eine interessante Sache, dabei mitzumachen. Allerdings hatte ich noch einiges am Drehbuch auszusetzen, weil für mich, der ich New York sehr gut kenne, einige Dinge keinen Sinn ergaben.

Ricore: Wie kommt es, dass man Sie in den letzten Jahren immer öfter in Komödien sieht?

De Niro: Einige der Sachen, die ich in den 1960er Jahren gemacht habe, waren auch schon Komödien. Und jetzt sind es ja trotzdem auch alles unterschiedliche Rollen und Komödien.

Ricore: Ihre Filmfigur schreibt ihre Autobiografie. Wenn Sie selbst irgendwann Ihre Memoiren schreiben, wird es dann eher lustig oder dramatisch?

De Niro: Es wäre vermutlich eher humoristisch, denn viele Situationen im Leben sind, im Nachhinein betrachtet, einfach lustig. Aber ich habe nicht vor, meine Memoiren zu schreiben.
Universum Film
Regisseur Luc Besson und Robert De Niro auf dem Set von "Malavita - The Family"
Luc Besson kennt beide Welten
Ricore: Wenn Sie nun den fertigen Film betrachten, hätten Sie manche Szenen lieber anders gespielt?

De Niro: So geht es einem immer. Aber dafür ist es jetzt zu spät.

Ricore: Sind Sie unzufrieden mit sich?

De Niro: Nein, und selbst wenn, damit muss ich leben. Denn wenn man so an die Sache herangeht, müsste man den ganzen Film nochmal drehen. Nein, im Ernst, es gibt immer etwas, was einem selbst auffällt, aber das ist meisten etwas so Spezielles, dass es sonst niemand bemerkt.

Ricore: Der Film spielt mit vielen französisch-amerikanischen Klischees.

De Niro: Nun, Luc Besson kennt beide Welten. Er versteht es also, das Gegensätzliche einander gegenüber zu stellen.

Ricore: Vielen Dank für das Gespräch!
erschienen am 21. November 2013
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2022