| Originaltitel | Brasch - Das Wünschen und das Fürchten | |
| Alternativ | My Private Room is my Public Space (Arbeitstitel) | |
| Genre | Dokumentarfilm | |
| Land & Jahr | Deutschland 2011 | |
| Verkaufsstart | 22.06.2012 (good!movies) | |
| FSK & Länge | ab 12 Jahren• 92 min. | |
| Regie | Christoph Rüter | |
| Darsteller | Thomas Brasch | |
| Links | IMDB | |
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Bewertung (Skala: 1-10)
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Thomas Brasch prägte als Dichter, Filmemacher und Theaterautor die Literatur- und Kulturszene zunächst der ehemaligen DDR, nach seiner Übersiedlung dann auch der BRD. Schriftsteller zu sein, war für ihn "ein immer wiederkehrender Zustand, kein Beruf; so wie Musil sagte, Prosa sei keine Schreib-, sondern eine Existenzform…" 1968 hatte Brasch mit Freunden auf Flugblättern gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei protestiert. Daraufhin verriet ihn sein Vater - einem Mitglied der Stasi - und Brasch kam ins Gefängnis. Er wurde jedoch schon bald auf Bewährung entlassen, die er als Fräser in einer Fabrik ableisten musste.
Nachdem sein Prosaband "Vor den Vätern sterben die Söhne" in der DDR verboten wurde, ließ Brasch das Werk im Westen drucken. Kurz darauf wird ein einmaliger Ausreiseantrag bewilligt und Brasch siedelt nach Westberlin über. Hier im Westen wird er für seine kritische Literatur gefeiert. Doch Brasch reibt sich an seinem plötzlichen Ruhm und weigert sich, den westdeutschen Pass anzunehmen. Das Paradox, gleichzeitig staatlich gefördert zu werden und zugleich an der Subversion zu arbeiten, ist für ihn schwer auszuhalten.
Marcel Reich-Ranicki nannte Thomas Brasch mal "eine der größten Hoffnungen unserer Literatur". Christoph Rüter ist ein Freund und Kollege des Dichters, Filmemachers und Theaterautors. Er wählte für seinen Film die Form eines rückblickenden Dialogs mit dem Autor.
Brasch hat selbst früh begonnen, sein Leben filmisch zu dokumentieren. So nutzt Rüter das Material, an dessen Entstehung er teilweise selbst beteiligt war und verbindet es mit Ausschnitten aus Braschs filmischen Werkes. Zeitzeugen wie Heiner Müller, Matthias Langhoff und Braschs frühere Lebensgefährtin Katharina Thalbach kommen hierbei nicht zu Wort. Der Film soll die Möglichkeit geben, Brasch nicht verstehen zu müssen, sondern erleben zu können, erklärt Rüter im Regiekommentar.
