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© Kinowelt Filmverleih

Der freie Wille

OriginaltitelDer freie Wille
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 2006
Kinostart24.08.2006 (Kinowelt Filmverleih)
FSK & Länge ab 16 Jahren• 163 min.
RegieMatthias Glasner
Darsteller Jürgen Vogel, Sabine Timoteo, André M. Hennicke, Manfred Zapatka, Judith Engel, Anna Brass
Links IMDB
Bewertung (Skala: 1-10)
User:6.3
Anzahl User:4
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Redaktion:7.0

Film: Inhalt

Die menschliche Seele hat dunkle, tiefe und unergründbare Bereiche. Diesen Eindruck vermitteln zumindest Jürgen Vogel und der Regisseur Matthias Glasner in ihrer ehrlichen und unberechenbaren Charakterstudie. Theo (Jürgen Vogel) hat eine neunjährige Haftstrafe wegen dreifacher Vergewaltigung abgesessen. Er versucht sich an das neue, geregelte Leben außerhalb der Gefängnismauern zu gewöhnen und seinen immer wieder aufblitzenden Trieben zu unterdrücken. Zu Frauen hat er keinen Bezug. In ihrer Gegenwart verhält er sich ängstlich und gehemmt. Doch zunächst scheint für Theo alles in geordneten Bahnen zu verlaufen. Er zieht in die Wohngemeinschaft von Sozialarbeiter Sascha (André Hennicke), findet Arbeit in einer Druckerei und treibt viel Sport. Kampfsport und Krafttraining sind für Theo wie ein Elixier. So kann er sich einigermaßen im Gleichgewicht halten und schafft es, seinen krankhaften Trieb zu unterdrücken. Mit der Zeit wird Theo selbstbewusster. Er lernt die 27-jährige Nettie (Sabine Timoteo) kennen. Die Tochter seines Chefs (Manfred Zapatka) wurde Jahrelang von ihrem Vater missbraucht. Sie hegt eine grundsätzliche Abscheu gegenüber Männern. Dennoch kommen sich die beiden näher. Theo scheint seinen Platz im Leben gefunden zu haben. Endlich kann er wie ein normaler Mann fühlen und lieben. Wäre da nur nicht dieser Trieb, der ständig auflodert. Theo muss immer stärker dagegen ankämpfen. Innere Dämonen bedrohen das fragile Glück.

Film: Kritik

Vergewaltigung ist ein delikates Thema, vor allem wenn sie filmisch thematisiert wird. Wie geht ein Regisseur mit diesem wichtigen aber in der Öffentlichkeit oft totgeschwiegenen Thema um? Schließlich müssen zunächst die Opfer der brutalen Gewalttat berücksichtigt werden. Viel länger und tiefer als die körperlichen klaffen die seelischen Wunden auf. Matthias Glasner hat es dennoch geschafft mit "Der freie Wille" das Thema angemessen zu behandeln. Der Täter als Mensch steht im Vordergrund. Deshalb fungiert die Kamera nicht als Geschichtenerzähler. Sie folgt dem Protagonisten, ohne seine Handlungen zu beurteilen. Das macht den Film zu einem nicht kommentierenden Zeugen. Das soll aber nicht heißen, dass der Film leicht verdaulich ist. Ganz im Gegenteil - Glasner verlangt seinem Publikum viel ab. Denn er zeigt alles offen und ehrlich. Jürgen Vogel bietet eine atemberaubende und überzeugende schauspielerische Leistung. Er unterstreicht, warum er zu den großen deutschen Schauspielern der neueren Generation gehört. "Der freie Wille" wird für kontroverse Diskussion sorgen.

Der freie Wille

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Bewertung
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6,2 ( Skala: 1-10, 4 User)
7,0 (Filmreporter)
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