| Originaltitel | Der Unbekannte Soldat |
| Genre | Dokumentarfilm |
| Land & Jahr | Deutschland 2006 |
| Kinostart | 21.09.2006 (Kinowelt Filmverleih) |
| FSK & Länge | ab 12 Jahren• 100 min. |
| Regie | Michael Verhoeven |
| Homepage |
http://www.derunbekanntesoldat.kinowe... |
| Links | IMDB |
Die Verbrechen der deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg gehören zu den vielen schwarzen Flecken der jüngeren deutschen Geschichte. Michael Verhoeven folgt in seiner Dokumentation den Spuren der Schergen bis in die Ukraine und Weißrussland. Anders als die Verbrecherbanden SA und SS war die Wehrmacht in der Wahrnehmung vieler Bundesbürger das Opfer des nationalsozialistischen Kriegswahns oder zumindest Verteidiger der Heimat. Verhoeven zeigt in seinem Aufklärungswerk deutsche Soldaten, die während ihres Feldzuges gen Osten auch unschuldige, wehrlose Zivilisten töten. In Interviews mit Zeitzeugen und Historikern aus Deutschland und Amerika dokumentiert Verhoeven die Untaten der Militärs. Der Titel zielt auf die Frage ab, für wen oder was der deutsche Soldat steht. Ist er das Symbol der Verteidigung oder grauenhafter Willkür und Massenmord? Verhoeven beantwortet die Frage eindeutig und dokumentiert nebenbei auch jüngste Protestreaktionen auf die Wehrmachtsausstellung.
Unter dem Eindruck des Protestes gegen die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht - Dimensionen des Vernichtungskriegs 1941 bis 1944" im Jahr 1997 entstand die Dokumentation von Michael Verhoeven ("Die weiße Rose"). Die Wehrmachtsausstellung über die Verbrechen der deutschen Wehrmacht während des zweiten Weltkrieges führte zu einer ausführlichen Auseinandersetzung in der breiten Öffentlichkeit. Die Ausstellung führte zu heftigen Protesten rechter Gruppierungen und konservativer Politiker - eine altbekannte und bewährte Allianz. Sie stellten die wissenschaftliche Sorgfältigkeit der Ausstellung in Frage und demonstrierten öffentlich gegen deren Fortführung. Wie in früheren Werken tritt Verhoeven gegen das Vergessen ein. Er wirkt in Zeiten von Spaßkultur und der neuen Patriotismuswelle fast etwas anachronistisch. Beide Phänomene sind als Gegenreaktion auf ein empfundenes Übermaß an Vergangenheitsbewältigung entstanden. Es bleibt zu hoffen, dass die Dokumentation Verhoevens zur Mahnung beiträgt und neue Erkenntnisse liefert.

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