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Cinema Jenin

OriginaltitelCinema Jenin
AlternativCinema Jenin: The Story of a Dream
GenreDokumentarfilm
Land & Jahr Israel/Deutschland 2011
Kinostart28.06.2012 (Senator Film Verleih)
FSK & Länge ab 12 Jahren• 95 min.
RegieMarcus Vetter
Homepage http://www.cinemajenin.org
Links IMDB
Bewertung (Skala: 1-10)
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Redaktion:8.0

Film: Inhalt

Die Idee für "Cinema Jenin" hat Marcus Vetter am Ende der Dreharbeiten von "Das Herz von Jenin". Darin erzählt er die bemerkenswerte Geschichte eines palästinensischen Vaters, dessen elfjähriger Sohn von der israelischen Armee erschossen wurde. Anstatt auf Rache zu sinnen, entschließt sich Ismael Khatib zu einer großen Tat: er spendet die Organe seines Sohnes israelischen Kindern. Der Fall erregt weltweit Aufsehen und steht seither für den Wunsch großer Teile der palästinensischen Gesellschaft, den Teufelskreis aus Gewalt und Hass endlich aufzubrechen.

Nachdem Vetter erfahren hat, dass Palästina einst eine ausgeprägte Kinokultur hatte, entschließt er sich, gemeinsam mit Khatib das seit der ersten Intifada 1987 geschlossene Kino in Jenin wiederaufzubauen. Das Cinema Jenin sollte nicht nur die erlahmte Kinokultur wiederbeleben, sondern mit einem angeschlossenen Kulturzentrum und verschiedenen Workshops eine aktive friedensstiftende Aufgabe übernehmen. Von Anfang an war den Beteiligten klar, dass das Kino ein Ort der Begegnung der Kulturen für den Zweck des gegenseitigen Austausches und der Verständigung sein sollte. Gemeinsam mit Khatib und einem palästinensischen Juristen, der auch als Übersetzer für den Regisseur und Projektleiter fungiert, macht sich Vetter daran, das Unmögliche möglich zu machen und das brachliegende Kino wiederaufzubauen.

Film: Kritik

Dass der Wiederaufbau des Cinema Jenin kein einfacher Prozess war, zeigt die gleichnamige Dokumentation unmissverständlich. Neben etlichen bürokratischen Hürden mussten die Macher auch den Widerstand der Altbesitzer brechen, die nun - nachdem sie sich für das Kino jahrelang nicht interessiert hatten - das große Geschäft wittern. Auch das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber dem Projekt bildete eine weitere Schwierigkeit. Immer wieder begegnen die Projektleiter Palästinenser, die für den Krieg zu viele Opfer brachten, als dass sie einen Austausch mit Israelis vorbehaltlos hinzunehmen wollten. Wie prekär die Lage während der Arbeit vor Ort gewesen ist, bezeugt der Fall von Theatermacher Juliano Mer-Khamis der auf offener Straße ermordet wurde.

Es gehört zu den bewegendsten Momenten der Dokumentation von Marcus Vetter, wenn eine Schrifteinblendung auf den Tod des Friedensaktivisten hinweist, nachdem dieser sich wenige Minuten zuvor mit all seiner Leidenschaft aber auch Skepsis für das Projekt stark machte und es in ihrer Programmatik wesentlich lenkte. "Cinema Jenin" ist eine wichtige und berührende Dokumentation, die bezeugt, dass kein Ziel zu groß ist, als dass sich eine Anstrengung nicht lohnen würde. Die Politik sollte sich diese Botschaft zu Herzen nehmen.

Cinema Jenin

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