| Originaltitel | Bittere Kirschen | |
| Alternativ | Der Flur; Lenas Liebe (Arbeitstitel) The Path to the Past (international) | |
| Genre | Drama | |
| Land & Jahr | Deutschland 2011 | |
| Kinostart | 13.09.2012 (Filmlichter) | |
| FSK & Länge | 107 min. | |
| Regie | Didi Danquart | |
| Darsteller | Jytte-Merle Böhrnsen, Jonathan Dümcke, Sylvester Groth, Rolf Hoppe, Wolfram Koch, Ronald Kukulies | |
| Links | IMDB | |
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Bewertung (Skala: 1-10)
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Schauspielerin Lena (Anna Stieblich) wird mitten in einer beruflichen Krise mit dem Tod ihrer Mutter Marlis konfrontiert. Als sie in ihre alte Heimat zurückkehrt, lernt sie Marlis' alten Freund Julius Dahlmann (Martin Lüttge) kennen. Der alte Mann gibt sich verschlossen und unnahbar. Von ihrer Mutter weiß Lena aber, dass er als Kind in Auschwitz lebte. Als sich Lena die Gelegenheit bietet, nach Polen zu reisen, nimmt sie diese wahr, um sich hier auf Julius' Spuren zu machen.
Auch Julius reist nach Polen, wo er seinem alten Freund Richard Franzen (Wolfram Koch) begegnet, der als katholischer Priester den deutsch-polnischen Jugendaustausch organisiert. Während sich Julius durch die Konfrontation mit seiner Vergangenheit verdrängten Schuldgefühlen stellen muss, wird auch Lena immer mehr bewusst, dass die Geschichte ihrer Heimat unmittelbar mit ihrem persönlichen Schicksal verknüpft ist.
"Bittere Kirschen" basiert auf dem Roman "Lenas Liebe" von Judith Kuckart, wobei Regisseur Didi Danquart und sein Koautor Stephan Weiland mit Zustimmung der Autorin von der Vorlage deutlich abweichen. Im Gegensatz zu Kuckart erzählen sie die Geschichte weniger aus einer subjektiven Perspektive der Protagonistin, sondern objektivieren den Stoff zu einer 'Ménage à trois' (Danquart). Dabei interessieren sie sich vor allem für die 'gesellschaftliche Einbindung' der Figuren 'in ihren jeweiligen Kontext' (Danquart). Es geht um kollektive und singuläre Verdrängung, die an der Figur Julius' symbolisch verdichtet wird.
In einem weiteren Schritt geht es Danquart um das ästhetische Problem, den abstrakten Erinnerungsprozess zu filmisch umzusetzen. 'Ich musste nach poetischen Bildtableaus suchen, Emotionen beim Zuschauer evozieren und gleichzeitig Verdrängtes sichtbar machen, dabei aber leicht und humorvoll erzählen', so Danquart. Damit erinnert sein Film thematisch und formal an Ingmar Bergmans Klassiker "Wilde Erdbeeren". Um diese Referenz auch äußerlich kenntlich zu machen und seinem ästhetischem Konzept Nachdruck zu verleihen, nimmt Danquart auch vom Romantitel Kuckarts deutlichen Abstand.
