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Ben Affleck's umjubeltes Comeback
Ruhm um jeden Preis?
Ausgerechnet mit einer Rolle als depressiver Star feiert Hollywoods Sorgenkind
Ben Affleck ein umjubeltes Comeback. Doch "
Hollywoodland" ist eher Mittelmaß. Auf dem renommierten Filmfest von Venedig sind die Kritiker enttäuscht von dem Biopic über den hierzulande gänzlich unbekannten verstorbenen TV-Superman-Darsteller
Hollywoodland.
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Robin Tunney ist die Geliebte des unglücklichen Superhelden
"Schneller als eine Kugel" lautet der Werbeslogan der TV-Serie, die Superman in den 1950er Jahren als Kultfigur etabliert. Für Darsteller
George Reeves (
Ben Affleck) trifft dies allerdings nichts zu: Am 16. Juni 1959 finden Freunde die Leiche des Stars im Schlafzimmer seines Hauses in den Hollywood Hills. Alle Indizien deuten auf einen Schuss aus der eigenen Waffe. Eine Nation ist geschockt vom Freitod ihres Helden, nur seine altersschwache Mutter will nicht so recht an die Verzweiflungstat glauben. Sie beauftragt Privatschnüffler Louis Simo (
Adrien Brody) den Fall neu aufzurollen. Weil dessen Kasse leer ist, nimmt er den Fall dankend an.
In einer Folge von Rückblicken erforscht er das Leben des Darstellers und findet hinter der Fassade des Mannes aus Stahl eine andere, konträre Persönlichkeit mit teils schwer depressiven Phasen. Freunde, Agenten und seine Geliebte (
Diane Lane) sind glücklich über sein Engagement als Superheld - nur der ambitionierte Schauspieler selbst nicht. Er ertränkt seine Unzufriedenheit in Alkoholexzessen und versucht vergeblich, in anderen Bereichen Fuß zu fassen - die Öffentlichkeit hält am ikonischen Image fest. Mord oder Freitod eines verzweifelten Schauspielers? Unfall oder Racheakt? Louis Simo scheint der Wahrheit haarscharf auf den Fersen zu sein...
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Bob Hoskins als harter Studioboss im Hollywoodland
In Hollywood will jeder berühmt werden, nur um welchen Preis? Während Superman vor kurzem mit einem neuen Gesicht auf die Kinoleinwand zurückgekehrt ist, beschäftigt sich Regisseur
Allen Coulter in seinem Spielfilmdebüt mit der Frage, was vor 47 Jahren zum Tod des nur in den USA berühmten TV-Superhelden-Darstellers geführt haben könnte. Obwohl die Geschichte in der ersten Hälfte nur langsam in Schwung kommt und teilweise zum Gähnen langweilt, gelingt ihm mit Unterstützung eines schlagkräftigen Schauspielensembles im zweiten Teil der 125 Minuten langen Geschichte eine geschickte Mischung aus Biographieverfilmung, Drama und Thriller.
Neben dem brillanten
Bob Hoskins als knallharter Studioboss weiß vor allem
Ben Affleck nach Jahren wieder in einer tragenden Rolle zu überzeugen. Sein Auftritt wurde beim Filmfestival in Venedig als heiß ersehntes Comeback umjubelt. Eine Lösung des bis heute ungeklärten Todes gibt auch Coulter nicht, lediglich Varianten, was sich damals abgespielt haben könnte. Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis des ratlosen Zuschauers, dass Prominenz meist doch mehr glamouröser Schein ist als wirklich substantielles Sein.